Gigaherz-Jakob verbreitet zwölf Jahre alte Falschmeldung weiter (Berichtigungen)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.02.2021, 00:10 (vor 1236 Tagen)

Im Oktober 2011 erwischte das IZgMF Gigaherz-Präsident Jakob bei einer peinlichen Falschmeldung, die er bereits 2009 in die Welt setzte. Zwölf Jahre später tischt der Ex-Elektriker seine alte Falschmeldung unbeirrt abermals auf. Womit zum x-ten Male die These bestätigt wird: Das größte Problem der Anti-Mobilfunk-Szene ist ihr unqualifiziertes Personal.

Was war geschehen? Ein Rückblick ...

Am 16. Oktober 2011 behauptete Jakob im inzwischen untergegangenen hese-Forum im Streit um Replikationen der umstrittenen Wiener HF-Studie (Diem et al., 2005) des "Reflex"-Projekts:

Die von Ihnen als 'fabriziert' bezeichneten Reflex-Ergebnisse sind längstens nachgezählt und bestätigt worden. ZB von Dr. Primo Schär In Basel (Schweiz) welcher sicherheitshalber bei Novartis auch noch maschinell nachzählen liess.
Also was sollen Ihre Verleumdungen hier noch?

Als Quelle für seine Behauptung verwies Jakob auf diesen Gigaherz-Beitrag vom Februar 2009 (muss man nicht lesen).

Doch Jakobs Quelle ist eine lupenreine Falschmeldung, denn Primo Schär berichtete seinerzeit nicht, wie Jakob glaubt, von einer Replikation der Wiener HF-Studie des "Reflex"-Projekts, sondern von der Replikation der 50-Hz-NF-Studie des Projekts, ebenfalls nachzulesen hier im Kommentar des Postings.

Wer Zweifel hat, ob die peinliche Verwechslung Jakobs den Tatsachen entspricht, kann sich in dieser Präsentation Schärs aus dem Jahr 2016 davon überzeugen (Folie auf Seite 10), dass Schär der Wiener 50-Hz-NF-Studie tatsächlich "Effekte" bescheinigt, nicht aber der Wiener HF/Mobilfunk-Studie!

Damit sollte Jakobs Falschmeldung von 2009 seit 2011 hinreichend widerlegt sein, um eine abermalige Verbreitung des Märchens zu verhindern, die Wiener HF-Studie sei von der Arbeitsgruppe Schär erfolgreich repliziert worden.

Doch Jakob ist ein hoffnungslos lernresistenter Fall im Endstadium. Am 2. Februar 2021 verbreitete der Gigaherz-Präsident mit der ihm eigenen Selbstgewissheit seine schon schimmlige Falschmeldung noch einmal aufs Neue.

Was soll man nur mit ihm machen?

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Gerücht, Schär, Falschmeldung, Scheinriese, lernresistent, Selbstgewissheit

Alte Falschmeldung: Gigaherz-Jakob jetzt gerichtsfest widerlegt

H. Lamarr @, München, Sonntag, 07.02.2021, 20:59 (vor 1231 Tagen) @ H. Lamarr

Doch Jakob ist ein hoffnungslos lernresistenter Fall im Endstadium. Am 2. Februar 2021 verbreitete der Gigaherz-Präsident mit der ihm eigenen Selbstgewissheit seine schon schimmlige Falschmeldung noch einmal aufs Neue.

Was soll man nur mit ihm machen?

Am 5. Februar 2021 entgegnete der Gigaherz-Präsident in seinem Forum auf obiges Posting und ließ wissen:

An die Paten in München: Ihr könnt eure Jauchepumpen jetzt ausschalten. Die bringen Euch ausser der Düngung unserer Wiesen gar nichts mehr. Gigaherz war an der Tagung der Krebsliga Schweiz vom 12.2.2009 mit 10 Leuten vor Ort. Wir wissen noch ganz genau was Primo Schär da gesagt hat und was nicht. Wenn er nach 7 Jahren seine Meinung geändert haben sollte, ist uns das so ziemlich wurscht. Die Gründe dafür dürften wohl nicht allein wissenschaftlicher Natur gewesen sein. Man sehe sich nur den Vortragsort an. Hier werden jeweils Industriegelder in unverdächtige Forschungsgelder gewaschen. Da,läuft es einem bereits kalt über den Rücken.
Er hat sich 7 Jahre früher, das heisst im Februar 2009 in Bern vor 150 Zuhörern, nach reiflichem Überlegen, wie von mir beschrieben geäussert. Das genügt!

Nein, das genügt nicht!

Es wäre ja noch schöner, dürften Desinformanten ihre eigenen Falschmeldungen mit bloßen Behauptungen für richtig erklären, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, Fakten beizubringen.

Jakobs Problem ist, er kann keine Fakten beibringen, eben weil er eine Falschmeldung verbreitet. Seine Behauptung, Gigaherz sei damals mit zehn Leuten vor Ort gewesen bestätigt die Falschmeldung nicht, sondern dokumentiert nur die ungenügende Qualifikation von Gigaherz-Vereinsmitgliedern, angebotene Informationen auch richtig zu rezipieren. Hinzu kommt: Die Teilnahme an der Veranstaltung kostete seinerzeit pro Kopf 120 CHF (inklusive Lunch, Pausengetränke und Tagungsmappe). Zehn Gigaherzler sponserten im Februar 2009 also die verhasste Krebsliga Schweiz und die Schweizer Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (FSM) mit total überflüssigen 1200 CHF, denn kapiert haben die Zehn von dem was sie hörten offensichtlich nichts, sogar ein anschließendes Studium der Tagungsmappe muss vergeblich gewesen sein. Und sollte Jakob die Vereinskasse mit den 1200 CHF belastet haben, er müsste wegen erwiesener Unfähigkeit aus seinem Amt gejagt werden.

Nach all den Vorwürfen ist es Zeit, diese zu belegen.

Dies erwies sich schwieriger als gedacht. Zwar hat die IZgMF-Forumteilnehmerin "Doris" am 24.02.2009 gepostet, der Bericht der Krebsliga Schweiz über die Tagung vom 12.02.2009 in Bern liege nun vor und die Präsentationen der einzelnen Teilnehmer könnten abgerufen werden. Doch "Doris"' Link ist heute tot und auf der aktuellen Website der Krebsliga fehlt von der Tagung jede Spur. Meine Streifzüge im www blieben lange ergebnislos und ich war schon drauf und dran, die Krebsliga und den Wissenschaftler Primo Schär anzuschreiben, da landete ich doch noch den erlösenden Treffer und fand auf der Website der FSM Primo Schärs Präsentation, die er anlässlich der Krebstagung am 12. Februar 2009 in Bern hielt.

Damit liegt nun erstmals die Primärquelle vor, die belegen kann, was der Wissenschaftler 2009 seinem Publikum vorgetragen hat: War es tatsächlich die erfolgreiche Replikation von Hugo Rüdigers Mobilfunk-Studie, wie es Jakob behauptet, oder war es die erfolgreiche Replikation von Hugo Rüdigers NF-Studie, wie ich es unter Berufung auf den FSM-Geschäftsführer Gregor Dürrenberger behaupte?

Das Deckblatt von Schärs Präsentation belegt, dass es sich um das richtige Dokument handelt. Und der Inhalt der Präsentation lässt ab Folie 11 (von 18) keinen Zweifel: Primo Schär referierte ausschließlich über die Befunde unter 50-Hz-NF-Exposition. Mobilfunk-Exposition erwähnte er mit keiner Silbe!

Womit Jakobs Falschmeldung jetzt sogar gerichtsfest widerlegt ist.

Blättert man durch die Präsentation ist es völlig unverständlich, dass Jakob und seine Getreuen die Ausführungen auf HF-Exposition beziehen konnten. Die große Sehnsucht der Truppe nach einer erfolgreichen Replikation der heiß umstrittenen Wiener HF-Studie ("Reflex"-Projekt; Diem et al. 2005) musste den überzeugten Mobilfunkgegnern die Sinne gründlich vernebelt haben.

Möglicherweise hat dazu auch der Gebrauch der Begriffe "Elektromagnetische Felder" und "EMF" in der Präsentation beigetragen, dort missverständlich für niederfrequente Felder verwendet. Denn in der Hochfrequenztechnik sind beide Begriffe exklusiv für hochfrequente Felder (HF, z.B. Mobilfunk) reserviert und werden nicht für niederfrequente Felder (NF) gebraucht. In anderen Fachrichtungen, etwa bei Biologen, ist diese differenzierende Sprachregelung jedoch unbekannt, dort ist unabhängig von der Frequenz auch für NF von elektromagnetischen Feldern die Rede, manchmal, wie bei Primo Schärs Folie 13, wird zur Verdeutlichung anstelle von NF auch von ELF-EMF gesprochen (Extremly Low Frequency EMF), was für 50-Hz-Felder gemäß ITU-Nomenklatur jedoch nicht zulässig ist.

Da Gigaherz-Jakob kein Nachrichtentechniker ist, sondern Ex-Elektriker, dürfte ELF-EMF für ihn ein böhmisches Dorf sein. Doch Schär weist immer wieder auch auf 50 Hz hin, spätestens an diesen Stellen hätte es bei Jakob klingeln müssen, dass der Wissenschaftler eben nicht von DNA-Schäden unter Mobilfunkeinwirkung gesprochen hat, und deshalb die Replikation der Wiener HF-Studie nicht Gegenstand seines Vortrags war. Womit es dabei bleibt: Die berühmt-berüchtigte Wiener HF-Studie konnte kein einziges Mal erfolgreich repliziert werden.

Im falschen Glauben, Schär würde von der Replikation der Wiener HF-Studie reden schrieb Jakob 2009 wenige Tage nach der Krebstagung siegessicher:

Schär berichtete über seine Zellexperimente, welche den Gigaherz-Leuten je länger der Vortrag dauerte, desto bekannter vorkamen. Das hatten sie doch alles schon einmal gehört? Nämlich anlässlich des 6. Nationalen Kongresses vom Oktober 08 in Olten, wo Prof. Dr. Hugo Rüdiger von der Med.UNI Wien seine Studien über „Erbgutverändernde Wirkungen hochfrequenter EM-Felder“ vorstellte.

Auf die Frage ob er denn da die Studie von Prof. Rüdiger repliziert habe, war die klare antwort JA.

Eine wahre Sensation waren dann die Erklärungen Schärs, dass er sicherheitshalber die Anzahl relevanter Comet-Assays das heisst, die Anzahl vergrösserter Kometenschweife des Mikrokerns, welche zum Nachweis von DNA Strangbrüchen dienen, nach der manuellen Auszählung noch durch maschinelle Zählungen bei Novartis habe bestätigen lassen.

Auf die Frage ob damit Rüdigers Studie bestätigt sei antwortete Schär wiederum mit JA.

Das ist insofern sensationell, weil Rüdigers Mitarbeiterinnen in einer von den Mobilfunkgesellschaften inszenierten Hetze in allen Medien rund um den Globus der Fälschung dieser Auszählungen zu Ungunsten der Lobby beschuldigt wurden.

Wie lustig sich doch Jakobs Sensationen aus heutiger Sicht lesen ...

Schär hingegen wusste wovon er redete und beantwortete die beiden dummen weil unqualifiziert unscharfen Fragen in der irrigen Annahme, sie gälten Rüdigers NF-Studie, wahrheitsgemäß mit Ja. Er konnte ja nicht ahnen, dass der (anonyme) Fragesteller, aller Voraussicht nach ein Gigaherzler, unter zwei groben Verständnisdefiziten litt:

► Er/Sie fragte so dilettantisch, weil er/sie nicht wusste, dass Prof. Rüdiger in Wien während des "Reflex"-Projekts Zellen nicht nur mit Mobilfunk, sondern auch mit 50-Hz-Magnetfeldern befeldet hat.
► Er/Sie war anlässlich der Krebstagung mit Primo Schärs 40-minütigen Ausführungen ab 11:40 Uhr fachlich hoffnungslos überfordert.

Schärs Präsentation war die vierte und letzte im Vormittagsprogramm der Tagung. Unmittelbar danach ging es zum Mittagessen. Womöglich hatte der überforderte Fragesteller schon mehr die Speisekarte im Kopf als alles andere ...

Hintergrund
Der Untergang des Hauses Gigaherz
Der Pinocchio von Schwarzenburg

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