Kommentar zum Artikel: "Elektrosensibilität testen: ..." (Allgemein)

Ralf, Dienstag, 09.12.2003, 00:03 (vor 7504 Tagen)

Ich habe den aktuellen Bericht "Elektrosensibilität testen: Besser durch Entlastung statt Belastung" auf der Leitseite gelesen und kann den dort beschriebenen Erfahrungsbericht nur voll unterstützen und möchte diesen aus eigenen Erfahrungen (bin seit August 2000 elektosensibel) noch untermauern .

Alle mir derzeit bekannten Studien zum Nachweis einer Elektrosensibilität erfüllen meiner Meinung und Erfahrung nach viele Grund- und Randbedingungen nicht, sodass ein wirklicher Nachweis einer Elektrosensibilität fast unmöglich ist.

Unter anderem werden folgende Hauptbedingungen meistens nicht erfüllt oder beachtet:

1. Die Testperson muß unbelastet in die Studie gehen!

Bei den Studien wird nicht berücksichtigt das Testpersonen in der Regel direkt aus der Alltagsbelastung heraus und damit schon mit einer Vorbelastung in die Studie gehen. In meinem Falle würde dies bedeuten, dass ich z.B. mit einem Tinnitus in Höhe von ca. 30-45 dB in die Tests gehen würde. Wie soll also unter solchen Voraussetzungen noch ein korrektes Ergebnis zu erwarten sein?
Entsprechende Versuche haben bei mir ergeben das mein Körper bis zu 3 Wochen Regenerierungszeit braucht (ohne Strahlenbelastung - Symptome wie Tinnitus bilden sich dann zurück) bevor ich in einer Doppelblindstudie wieder einen Nachweis für eine Belastung erbringen kann. Nur so konnte ich auch einen direkten Zusammenhang des Mobilfunks auf meinen Tinnitus zum ersten Male feststellen (wurde in einer Doppelblindstudie von mir festgestellt: 7 Minuten nach dem ersten Einschalten des Mobilfunksimulators erhöhte sich der Tinnitus).

2. Die Versuchdauer ist viel zu kurz.

Hier scheinen Wissenschaftler generell zu meinen das bei elektrosensiblen Personen einfach ein Schalter umgelegt wird. Meine Erfahrungen zeigen aber das die meisten gesundheitlichen Probleme sich erst nach einer gewissen Belastungszeit einstellen (bei mir dauert es im Idealfall mind. 6-7 Minuten, bevor ich etwas merke - in der Regel dauert es aber länger). Jedoch dauert es wesentlich länger bis die gesundheitlichen Probleme sich wieder zurückbilden.
So konnte ich zwar in einer Doppelblindstudie die Strahlenbelastung eines Mobilfunksimulators anhand meines erhöhten Tinnitus 7 Minuten nach dem ersten Einschalten des Simulators feststellen, aber ich hatte in den folgenden Testphasen dann das Problem weitere Belastungen zu erkennen: die Erholungsphasen waren zu kurz - der Tinnitus kam nicht wieder auf sein Ausgangslevel zurück.


Meines Erachtens nach wird hier einiges falsch gemacht. Und zwar stelle ich hier einfach mal die dumme Frage wer die Vorgaben, den Testaufbau und den Versuchsverlauf für solche Studien eigentlich festlegt? Scheinbar nicht die betroffene Testperson! Denn wenn es so wäre, dann dürfte der Nachweis für eine Elektrosensibilität eigentlich schon längst erbracht worden sein. Mal anders gesagt: wenn schon Hunderte oder Tausende von Elektrosensiblen getestet wurden und es bis heute noch keine Studie es geschafft hat dafür einen eindeutigen Nachweis zu erbringen, dann darf man sich doch langsam mal die Frage stellen woran das liegt: sind alle Elektrosensiblen Simulanten oder sind die heutigen Studien nicht falsch?

Ich persönlich verlange von der Wissenschaft nur eins: das Sie erst einmal nach geeigneten Testverfahren für den Nachweis der Elektrosensibilität forscht und diese dann entwickelt! Und zwar unter zur Hilfenahme der Erfahrungen von Betroffenen und nicht nach irgenwelchen eigenen Vermutungen! Heutzutage gehe ich als Betroffener zu unseren Wissenschaftlern (gibt da einige bestimmte) und werde dort nach Schilderung meiner Probleme entweder als Simulant hingestellt oder meine Vermutung das Mobilfunk an meinen Problemen Schuld wäre wird wehement verneint. Das kann es aber nicht sein! Wissentschaftler haben für mich die Pflicht Ursachenforschung zu betreiben und nicht schon im ersten Gespräch ein Urteil zu fällen (habe leider diese Erfahrungen machen müßen - dies trifft aber nicht auf alle Wissenschaftler zu! - also diese Aussage bitte nicht verallgemeinern) .

Denke mein Kommentar zum Artikel ist doch etwas länger ausgefallen. Nur eins noch: Alle Aussagen beruhen auf eigenen Erfahrungen und sind objektiv betrachtet, denn eins bin ich nicht: ich bin kein Mobilfunkgegner - nur Gegner der Technik bzw. der Grenzwerte! Denn auch ich würde gerne mit dem Handy telefonieren. Aber es geht nicht mehr: die heutige Mobilfunktechnik geht leider voll auf meine Gesundheit.

Gruß, Ralf

Tags:
Simulant, Ursachenforschung

Kommentar zum Artikel: "Elektrosensibilität testen: ..."

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.12.2003, 13:12 (vor 7504 Tagen) @ Ralf

...wurde in einer Doppelblindstudie von mir
festgestellt: 7 Minuten nach dem ersten Einschalten des
Mobilfunksimulators erhöhte sich der Tinnitus.

Haben Sie Elektrosensibilität mit Doppelblindtests selber an sich festgestellt?

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Kommentar zum Artikel: "Elektrosensibilität testen: ..."

Ralf, Dienstag, 09.12.2003, 19:21 (vor 7503 Tagen) @ H. Lamarr

...wurde in einer Doppelblindstudie von mir
festgestellt: 7 Minuten nach dem ersten Einschalten des
Mobilfunksimulators erhöhte sich der Tinnitus.

Haben Sie Elektrosensibilität mit Doppelblindtests selber an sich
festgestellt?

Nein! Die oben genannte Reaktion wurde von mir während einer Doppelblindstudie, die natürlich unter wissentschaftlicher Aufsicht durchgeführt und dokumentiert wurde, festgestellt!

Was den Nachweis meiner Elekrosensibilität angeht, so habe ich das erst einmal für mich selber nachgewiesen. Ich habe dazu meine eigenen Methoden und Erfahrungen erarbeitet (wenn einem die Wissenschaft schon nicht hilft, dann muß man sich halt selber helfen). Am wissenschaftlichen Nachweis arbeite ich seit ca. 2 Jahren. Jedoch machen es einem die heutigen Studien nicht leicht einen solchen Nachweis zu erbringen, da diese, wie in meinem Kommentar beschrieben, meiner Meinung nach falsch aufgebaut sind. Ich zweifle ja auch nicht die Ergebnisse dieser Studien an, denn diese sind vermutlich alle richtig, sondern deren Aufbau und Durchführung.

Gruss, Ralf

Kommentar zum Artikel: "Elektrosensibilität testen: ..."

M.K. @, Dienstag, 09.12.2003, 20:52 (vor 7503 Tagen) @ Ralf

Meines Erachtens nach wird hier einiges falsch gemacht. Und zwar stelle
ich hier einfach mal die dumme Frage wer die Vorgaben, den Testaufbau und
den Versuchsverlauf für solche Studien eigentlich festlegt? Scheinbar
nicht die betroffene Testperson! Denn wenn es so wäre, dann dürfte der
Nachweis für eine Elektrosensibilität eigentlich schon längst erbracht
worden sein. Mal anders gesagt: wenn schon Hunderte oder Tausende von
Elektrosensiblen getestet wurden und es bis heute noch keine Studie es
geschafft hat dafür einen eindeutigen Nachweis zu erbringen, dann darf man
sich doch langsam mal die Frage stellen woran das liegt: sind alle
Elektrosensiblen Simulanten oder sind die heutigen Studien nicht falsch?

Ich persönlich verlange von der Wissenschaft nur eins: das Sie erst
einmal nach geeigneten Testverfahren für den Nachweis der
Elektrosensibilität forscht und diese dann entwickelt! Und zwar unter zur
Hilfenahme der Erfahrungen von Betroffenen und nicht nach irgenwelchen
eigenen Vermutungen! Heutzutage gehe ich als Betroffener zu unseren
Wissenschaftlern (gibt da einige bestimmte) und werde dort nach
Schilderung meiner Probleme entweder als Simulant hingestellt oder meine
Vermutung das Mobilfunk an meinen Problemen Schuld wäre wird wehement
verneint. Das kann es aber nicht sein! Wissentschaftler haben für mich die
Pflicht Ursachenforschung zu betreiben und nicht schon im ersten Gespräch
ein Urteil zu fällen (habe leider diese Erfahrungen machen müßen - dies
trifft aber nicht auf alle Wissenschaftler zu! - also diese Aussage bitte
nicht verallgemeinern) .


Gruß, Ralf

Hallo Ralf,

genau dem möchte ich auch voll zustimmen. Und deshalb finde ich es auch so wichtig, dass sich zu den verschiedenen - staatlich initiierten - Tests von sog. "Elektrosensiblen" (warum ich das in "" "" setze, ist ein anderer Punkt) möglichst viele Menschen melden und dabei mitmachen, die dies spüren.
Und am allerwichtigsten finde ich genau das: dass man als Betroffene(r) mit den Testern (Wisesenschaftlern?) zuvor redet, damit die die passenden Parameter überhaupt erst einrichten. Sonst ist man ja wirklich nur ein Versuchskaninchen mehr bei Tests, die ja angeblich nichts finden. Dass da was nicht stimmen kann, ist mir auch schon sehr bewußt geworden. Denn auch ich habe ganz eindeutige Symptome, die hundertprozentig mit der Einführung der Hochfrequenz-Verseuchung zu tun haben.
Aber in so manchen - den meisten - "meinungsbildenden" Publikationen (auch Websites) wird das ja alles negiert, unter den Tisch gekehrt oder die Betroffenen ganz üblem Mobbing ausgesetzt.
Leider besteht ja wenig Solidarität unter versprengten "Elektrosensiblen". Stattdessen müsste man geschlossen bei den geplanten Forschungsprojekten auftreten und zusammen mit den nicht spürenden Testern (wäre interessant, ob da irgendwo ein selbst Betroffener anzutreffen wäre) mal klare Testverläufe und -schwerpunkte ausarbeiten. Genauso wie Sie es beschreiben!
Mich würde interessieren, bei welchen Tests Sie schon mitgemacht haben.
Falls Sie es nicht öffentlich mitteilen wollen, habe ich meine E-mail-Adresse angegeben.
Aber dieses Forum könnte ja u.a. auch dazu dienen, den Austausch unter den Betroffenen aufzubauen.

Viele Grüsse

Margarete Kaufmann
"funksensibel" seit dem 17.8.2001

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