RNCNIRP-Bewertung 2011: Gefährdung durch EMF (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 26.05.2011, 23:23 (vor 4745 Tagen)

Das "Russian National Committee on Non-Ionizing Radiation Protection" (RNCNIRP) hat eine neue Studienreview herausgebracht: Elektromagnetische Felder von Handys, Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche (PDF, 12 Seiten, englisch).

Diese Review wurde von den Mitgliedern des RNCNIRP auf dessen Plenarsitzung am 3. März 2011 verabschiedet. Die Kommission setzt damit die Kette ihrer Riskobewertungen aus den Jahren 2001, 2004, 2007, 2008 und 2009 fort. In die Bewertung fließen eigenen Angaben zufolge die jeweils neu hinzu gekommenen wissenschaftlichen Studien ein. Die Review ist für die Öffentlichkeit gedacht, für Gesetzgeber, Gerichte und Gesundheitspolitiker.

Eigentümlich ist, dass die Review nicht auf der gegenwärtig ungepflegten Website der RNCNIRP zu finden ist, sondern von dem Niederländer Alex Swinkels im Netz verbreitet wird. Swinkels ist Vorstandsmitglied der IEMFA.

Selbstdarstellung RNCNIRP
Russian National Committee on Non-Ionizing Radiation Protection (RNCNIRP) was founded January 28, 1997.

Committee formed of highly qualified scientists and specialists. Now it comprises 36 persons. RNCNIRP members represent the leading research centers of the Ministry of Health of Russia, Russian Academy of Sciences and Academy of Medical Sciences, Ministry of Defence, as well as non-governmental organizations.

The RNCNIRP is a union of scientists conducting research in the biological effects of non-ionizing radiation in fields of radiobiology, health, physics and other disciplines. Each session of the Committee is meeting professionals the opportunity to comprehensively discuss almost any issue, maintain and enhance academic and personal contacts.

Hintergrund
Gesundheit der Kinder in Gefahr (RNCNIRP)
Einschätzung der IEMFA

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Handy, RNCNIRP, Grigoriev, Vorsorgeprinzip, Nikitina

RNCNIRP-Bewertung 2011: Gefährdung durch EMF

Doris @, Freitag, 27.05.2011, 00:25 (vor 4745 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Doris, Freitag, 27.05.2011, 01:21

Das "Russian National Committee on Non-Ionizing Radiation Protection" (RNCNIRP) hat eine neue Studienreview herausgebracht: Elektromagnetische Felder von Handys, Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche (PDF, 12 Seiten, englisch).

Diese Review wurde von den Mitgliedern des RNCNIRP auf dessen Plenarsitzung am 3. März 2011 verabschiedet. Die Kommission setzt damit die Kette ihrer Riskobewertungen aus den Jahren 2001, 2004, 2007, 2008 und 2009 fort.

In die Bewertung fließen eigenen Angaben zufolge die jeweils neu hinzu gekommenen wissenschaftlichen Studien ein.

Die Referenzliste umfasst 27 Studien und Berichte die m.E. sehr einseitig sind. Vorwiegend handelt es sich um Arbeiten, an denen Grigoriev selber beteiligt war und eben die allseits bekannten Studien von Hardell und Salford.

In der neuen Resolution stellt die RNCNIRP fest:

"Leider haben statistische Daten, die 2009 und 2010 von ROSSTAT und der UNICEF veröffentlicht wurden, aufgezeigt, dass es seit dem Jahr 2000 eine kontinuierliche Zunahme von Kinderkrankheiten gab, die von dem RNCNIRP als „mögliche Krankheiten“ aufgrund von Handynutzung identifiziert wurden.
Besonders besorgniserregend ist die Zahl der Erkrankungen unter jungen Menschen zwischen 15 und 19 Jahren. (Es ist sehr wahrscheinlich, dass die meisten von ihnen schon seit einem langen Zeitraum Handys benützen).
Verglichen mit 2000 ist die Zahl der Störungen des zentralen Nervensystems unter 15-17 jährigen Jugendlichen um 85% gestiegen, die Anzahl der Personen mit Epilepsie oder epileptischen Erkrankungen ist um 36% gestiegen, die Zahl der Fälle von „geistiger Entwicklungsverzögerung“ ist um 11% gestiegen und die Zahl der Bluterkrankungen und der Störungen des Immunsystems ist um 82% gestiegen. In einer Gruppe von Kindern von unter 14 Jahren gab es eine 64-prozentige Zunahme der Zahl der Blutkrankheiten und der Störungen des Immunsystems und eine 58-prozentige Zunahme bei neurologischen Störungen. Die Anzahl der Patienten im Alter von 15 bis 17 Jahren, die wegen Störungen des zentralen Nervensystems Sprechstunden aufsuchen und behandelt werden, ist um 72% gestiegen.“

Die RNCNIRP ruft die Regierungen in der ganzen Welt zu Vorsorgemaßnahmen auf: "Unter Berücksichtigung der Position des RNCNIRP und der Vorsorgemaßnahmen, die von der WHO vorgeschlagen werden, ist das Komitee der Meinung, dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen, da Kinder nicht dazu in der Lage sind, den Schaden zu erkennen, der ihnen durch die Handynutzung zugefügt wird und da das Handy an sich als eine unkontrollierte Quelle schädlicher Exposition betrachtet werden kann."

Den Regierungen wird ein konkreter Katalog von Vorsorgemaßnahmen vorgeschlagen. Helfen Sie mit, diese Resolution v.a. unter Journalisten, Erziehern, Ärzten und Politikern zu verbreiten.

Quelle: Diagnose Funk

Ein mMn seltsames wissenschaftliches Vorgehen. Eine Identifizierung als "mögliche Krankheit" aufgrund der Mutmaßung, dass Jugendliche Handys nutzen.
Recht gewagt, das Ganze. Eine Argumentation, die doch eher der von Frau W. sehr ähnlich ist.

Tags:
Grigoriev, Russland

RNCNIRP-Bewertung 2011: Gefährdung durch EMF

Doris @, Freitag, 27.05.2011, 01:25 (vor 4745 Tagen) @ Doris

Ein mMn seltsames wissenschaftliches Vorgehen. Eine Identifizierung als "mögliche Krankheit" aufgrund der Mutmaßung, dass Jugendliche Handys nutzen.
Recht gewagt, das Ganze. Eine Argumentation, die doch eher der von Frau W. sehr ähnlich ist.

Im vorige Posting die Zusammenfassung, die Diagnose Funk aus der Resolution herausgearbeitet hat.

Und so sieht die Zusammenfassung von WIK aus dem EMF-Brief vom 16.05.2011 aus:

Neue RNCNIRP-Resolution zu Kindern und Jugendlichen

Das Russische Komitee zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (Russian National Committee on Non-Ionizing Radiation Protection, RNCNIRP) hat eine neue Resolution mit dem Titel: “Elektromagnetische Felder von Mobiltelefonen: Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche” veröffentlicht. Die Resolution wurde von den Mitgliedern der RNCNIRP auf ihrer Sitzung am 3. März 2011 gebilligt. Auf Grund der eigenen RNCNIRP-Einschätzung und statistischer Daten zur Erkrankungsrate von Kindern und Jugendlichen hält es das Komitee für wichtig, eine wissenschaftliche Studie durchzuführen, mit der untersucht werden soll, ob der Anstieg der Erkrankungsrate ein Resultat der Exposition in elektromagnetischen Feldern ist oder durch andere Faktoren verursacht wird. Darüber hinaus macht RNCNIRP zehn grundsätzliche Statements für den dringenden Bedarf an zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen und schlägt vorrangige Maßnahmen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor.

Tags:
RNCNIRP, WIK, Grigoriev

RNCNIRP-Bewertung 2011: Gefährdung durch EMF

Alexander Lerchl @, Freitag, 27.05.2011, 15:04 (vor 4744 Tagen) @ Doris

In die Bewertung fließen eigenen Angaben zufolge die jeweils neu hinzu gekommenen wissenschaftlichen Studien ein.

Das stimmt definitiv nicht.

Die Referenzliste umfasst 27 Studien und Berichte die m.E. sehr einseitig sind. Vorwiegend handelt es sich um Arbeiten, an denen Grigoriev selber beteiligt war und eben die allseits bekannten Studien von Hardell und Salford.

Eben. SEHR einseitige Auswahl. Das würde anderen Organisationen nicht passieren, es sei denn, sie wollen ihren Ruf selbst möglichst effizient ruinieren.

...
Ein mMn seltsames wissenschaftliches Vorgehen. Eine Identifizierung als "mögliche Krankheit" aufgrund der Mutmaßung, dass Jugendliche Handys nutzen.
Recht gewagt, das Ganze. Eine Argumentation, die doch eher der von Frau W. sehr ähnlich ist.

Scheint mir auch so.

--
"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

RNCNIRP-Bewertung 2011: Gefährdung durch EMF

Doris @, Freitag, 27.05.2011, 20:53 (vor 4744 Tagen) @ Alexander Lerchl

...
Ein mMn seltsames wissenschaftliches Vorgehen. Eine Identifizierung als "mögliche Krankheit" aufgrund der Mutmaßung, dass Jugendliche Handys nutzen.
Recht gewagt, das Ganze. Eine Argumentation, die doch eher der von Frau W. sehr ähnlich ist.

Scheint mir auch so.

Allerdings scheint dies wohl eher ein Fehlverhalten von Diagnose Funk zu sein, die den Satz

Because of this the RNCNIRP considers it important to conduct a scientific study to
determine whether the growth in morbidity resulted from EMF exposure from mobile
phone use or whether it was caused by other factors.

unterschlägt und die Sache dadurch ein etwas anderes Licht rückt.

RNCNIRP schreibt zwar:

Unfortunately, statistical data published in 2009 and 2010 by ROSSTAT and UNICEF
show that, since 2000 there has been a steady growth in the incidence of childhood
diseases identified by RNCNIRP as “possible diseases” from mobile phone use [19, 20].

schließt aber nicht aus, dass andere Faktoren die Ursache sein können und fordert weitere Forschung, was ja auch im Moment oberste Priorität in der EMF-Forschung hat.

RNCNIRP bezieht sich in obiger Aussage auf diese beiden Referenzen

19. Children in Russia. 2009: Statistical Almanac. UNICEF, ROSSTAT. Moscow: Informational
and Publishing Center “Russian Statistics”, 2009, 121 pages (Link)
20. Young People in Russia. 2010: Statistical Almanac. UNICEF, ROSSTAT. Moscow:
Informational and Publishing Center “Russian Statistics”, 2010, 166 pages

Was da drin steht, weiß ich nicht und ich verfolge das auch nicht weiter. Den eigentlich gibt es soviele Appelle im Moment, die in der Szene bejubelt werden. Ich messe diesen Appellen keine große Bedeutung bei. Es gibt Bedeutenderes.

Tags:
Diagnose-Funk, Manipulation, Verbraucherorganisation, Fehlverhalten

RNCNIRP-Bewertung 2011: Gefährdung durch EMF

Kuddel, Freitag, 27.05.2011, 20:27 (vor 4744 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 27.05.2011, 21:58

Auch die RNICNRP hat mehr das Mobiltelefon, als den Mast im Visier.

An der Einstellung, daß Kinder bei Nutzung von Mobiltelefonen eines besonderen Schutzes bedürfen, finde ich nichts verwerflich.

Bezüglich chronischer Exposition durch Sendemasten hat die RNCINRP laut eigener Aussage umfangreiche Studien an Labortieren durchgeführt:

The Task 1 of these project have been finished.
The report (in English) includes the experimental study results on biological effects of chronic exposure of animals to radiofrequency electromagnetic field, which studies have been elaborated in 1960th-1990th in five research institutions of Moscow, St.-Petersburg and Kiev (USSR).

Retrospective analysis of 52 experiments have been done.

The results provided for chronic EMF exposure of UHF and SHF frequency bands of 300 MHz to 30 GHz with power flux density of 0,01 to 10 W/m² give the opportunity to get the following conclusions:
− 1-5 W/m² PFD in case of chronic daily exposure can induce expressed and persisting pathological biological reactions;
− ~ 0,5 W/m² PFD is the threshold value of the unfavorable biological effect;
≤0,1-0,2 W/m² PFD does not induce visible biological changes in small laboratory animals in case of the chronic exposure.

Alles Werte, die vieltausendfach oberhalb dessen liegen, was in typischen Sendemastszenarien zu erwarten ist, bzw. nichts, was Sendemastgegnern argumentativ weiterhelfen könnte.

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