Bienen schwärmen für UMTS: Plausibilitätstest (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 23.05.2011, 11:35 (vor 5475 Tagen) @ Capricorn

Es ist nunmal "fest programmiert" im ROM der Bienen, dass sie sich an einen Baum hängen (kühl und schattig, regengeschützt, hoch genug gegen Raubtiere).

In dem Artikel steht das aber anders, da sind Bäume nur ein Beispiel, andere Landeplätze wären Geräteschuppen, Jalousiekästen und dergleichen. Diese Alternativen sind saftlos und keine guten Antennen. Fahrräder, sollte man meinen, eigenen sich als Landplatz auch aus anderen Gründen eher schlecht ;-).

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Und noch ein Plausibilitätstest: Lugano, schreiben Sie, hat eine hohe Dichte an UMTS-Masten. Sie wollen damit andeuten, die Funkfelder dieser Masten würden die Bienen aus ihren Stöcken vertreiben. So weit, so schlecht. Lugano hat 59'000 Einwohner, inklusive Umland 145'000. München hat etwa 1,3 Mio. Einwohner im Stadtgebiet und wird von rund 3800 Funkzellen versorgt. Das sind mit Sicherheit erheblich mehr Antennen als in Lugano je montiert sein werden. Ja? Der Englische Garten zieht sich bis in die Innenstadt von München hinein, ein riesiger Park, Münchens grüne Lunge, die Bienen jede Menge Nahrung bietet. Masten, Menschen, Funkzellen, Bienen - das haben wir alles seit vielen Jahren.

Und nun erklären Sie mit bitte plausibel: Warum schwärmen die Bienen so auffallend nur in Lugano und Hemberg, dass Auswärtige davon etwas mitbekommen, nicht aber in München und im Rest der Welt? München brachte es Medienberichten zufolge Anfang Mai 2011, glaubhaft erklärt, auf nur neun von wahrscheinlich 100 Feuerwehreinsätzen wegen Stadtimkerei. Wäre UMTS im Spiel, müssten es viel mehr sein. Und wieso überhaupt in Hemberg, wo dort doch gar kein UMTS-Mast steht? Und wieso sind überhaupt noch Bienen im UMTS-verseuchten Lugano/München, diese müssten doch schon längst in den Jahren zuvor von den seit 2004 aufgebauten UMTS-Netzen verjagt worden sein, sind aber anscheinend selbst 2011 noch so putzmunter vor Ort, dass die Völker sich teilen müssen?

Die These wäre doch die: Wenn UMTS den Bienen zusetzt, dann nicht nur in Lugano, sondern weltweit. Meldungen dazu gibt es jedoch nicht, nur Ihre unbelegte Behauptung. Die Aktivität in Lugano ist daher viel wahrscheinlicher auf den natürlichen Schwarmtrieb der Bienen zurück zu führen, der sogar als gutes Signal zu werten ist, dass nämlich die Völker dort wachsen und gedeihen und sich deshalb teilen müssen.

Sie sind dran ...

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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