Standortwahl Hausbau - zugreifen (Allgemein)

spatenpauli @, München, Sonntag, 17. Juni 2012, 20:46 (vor 367 Tagen) @ bart0815

Wir wollen ein Grundstück kaufen, das uns von der Lage sehr sehr gut gefällt. Allerdings befinden sich in unmittelbarer Umgebung einige Mobilfunk- und Richtfunkmasten (ca. 100 - 150m). Das Grundstück liegt an der Frankenwarte bei Würzburg. Wir haben jetzt mal mit dem HF 35c selbst gemessen und einen deutlich höheren Wert als in der Nähe unserer jetzigen Wohnung festgestellt. In Richtung der Masten waren als Spitzenwert immer 300 bis 400yW/m2 gemessen worden.

Freuen Sie sich, das ist weniger als die Hälfte des echten Salzburger Vorsorgewerts, den auch die sogenannte BioInitiative fordert.

Wir haben auch festgestellt, dass dies immer noch viel niedriger ist, als im Bereich eines Mobilfunkmasten in der Stadt oder eines W-Lan oder DECT Gerätes.

Wenn Sie nur Spitzenwerte betrachten, stimmt das, was Sie schreiben. Nur, die Spitzenwerte sind bei Hochfrequenz in den Frequenzbereichen, die Sie ängstigen, nicht maßgebend, sondern die gemittelten Messwerte (bei Ihrem Messgerät Schalterstellung "Mittelwert"). Da schrumpft z.B. das vermeintlich mörderisch strahlende DECT dann per Knopfdruck auf bescheidene Werte. Dieser Effekt tritt bei allen Emissionsquellen auf, bei denen einem kurzen Sendepuls eine lange Sendepause folgt, bei DECT ist dies der Fall und auch bei W-LAN, wenn keine Daten übertragen werden.

Da es aber auch Orte gibt, an denen man kaum eine Belastung feststellen kann, ist unsere Frage, ob wir diese nicht vorziehen sollen. Vielleicht könnt Ihr uns bei unseren Fragen etwas weiterhelfen.

Objektiv gesehen gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, das Grundstück nicht zu nehmen. Selbst wenn noch ein Antennenkranz dazu kommt, sehe ich Sie tief im grünen Bereich. Aber: Die "gefühlte subjektive Angst" vor Sendemasten kann ich Ihnen mit Sachargumenten nicht nehmen, da müssen Sie selber ran. Gelingt Ihnen das nicht, stelle ich es mir belastend vor, ständig das Corpus Delicti (Mast) vor Augen zu haben - Sie laufen dann mMn Gefahr, sich eine somatoforme Störung zuzulegen, um den Leidensdruck irgendwie abzubauen. Sollten Sie also für dieses Szenario empfänglich sein, werden Sie mit dem Grundstück möglicherweise nicht glücklich.

Wie ist denn die Strahlenbelastung im Haus bei den o. g. Werten?

Das hängt von den Baumaterialien ab, Faktor 10 bis 100 geringere Werte sollten jedoch ohne besondere Maßnahmen drin sein. Wenn Sie's genauer wissen wollen, eine Gratis-Broschüre (PDF) des Bayerischen LfU gibt kompetent Auskunft:

http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000009?SID=348731048&ACTIONxSETVAL%28artdtl.htm,APGxNODENR:31,AARTxNODENR:7470,USERxARTIKEL:artlist1.htm%29=Z

Kann es sein, dass die Belastung in der Höhe (1.OG) höher wird, dan man weiter aus dem Strahlungsschatten kommt?

Richtig, eine dramatische Vervielfachung der am Boden gemessenen 400 µW/m² ist jedoch nicht zu befürchten. Da Ihr Messgerät keine "Peak-Hold"-Funktion hat, können Sie es leider nicht an einer langen Stange befestigt mal kurz hoch halten, um dann am Boden den oben gemessenen Höchstwert abzulesen. Vielleicht kriegt Teilnehmer "helmut" Ihre Anfrage mit, er baut Mobilfunk-Basisstationen beruflich auf und kann konkreter Auskunft geben, was im 1. OG so reinkommen könnte. Probieren Sie bei der BNetzA die Standortbescheinigung für den besagten Masten zu bekommen, als potenzielle Anwohner sollten Sie diese auch bekommen. Darin erfahren Sie Details wie Betreiber der Station, maximale Sendeleistung und Richtcharakteristik der Antennen.

Das beste Mittel gegen die Angst vor Mobilfunk-Sendemasten ist, sich an den richtigen Stellen zu informieren und nicht alles blind zu glauben, was das www über das Risiko Mobilfunk zum besten gibt.

Viel Glück!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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