Wissenschaftliche Studien über Elektrosensibilität ergeben mit schöner Regelmäßigkeit, dass die vermeintlich elektrosensiblen Probanden eine gezielte Befeldung mit Mobilfunksignalen nicht erkennen können und unter Feldeinwirkung auch keine messbaren gesundheitsrelevanten Körperreaktionen zeigen. Mit jeder dieser Studien geraten Elektrosensible in der öffentlichen Wahrnehmung tiefer ins Abseits. Zu Unrecht, wie Studienkritiker W. Kuhn in diesem Beitrag nachweist. Akribisch analysiert er eine aktuelle Elektrosensiblenstudie aus Großbritannien, deckt auf plausible Art und Weise einen eklatanten Fehler nach dem anderen auf und lotst den Leser durchs Dickicht der Hintergründe. Gelesen und verdaut sollte der Beitrag die Fähigkeit fördern, kommende Elektrosensiblenstudien nicht hilflos staunend hinzunehmen, sondern kritisch zu hinterfragen (10.09.07).
Eine britische Wissenschaftlergruppe unter der Leitung von Elaine Fox hat am 24. Juli 2007 in der Onlineausgabe des wissenschaftlichen Journals Environmental Health Perspectives eine Laborstudie zur gesundheitlichen Wirkung von Mobilfunkstrahlung veröffentlicht [1], die von der Tages- und
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Fox-Laborstudie: Methode & Ziel Im Verlauf der Studie wurden 44 nach eignen Angaben “elektrosensible” Personen und 114 Personen einer Vergleichsgruppe einem mehrere Sitzungen umfassenden EMF-Provokationstest im Doppelblindverfahren unterzogen. Ziel war es herauszufinden, ob die Probanden unter EMF-Einwirkung, wie sie im Umfeld von Mobilfunk-Basisstationen auftritt, mehr Gesundheitsstörungen aufweisen als bei Scheinbefeldung. Messgrößen für den Gesundheitszustand waren die subjektive Erfassung des Wohlbefindens und die von Symptomen sowie die Messung des Blutdrucks, der Herzfrequenz und der elektrischen Leitfähig- |
„Verstärkt kurzzeitige Bestrahlung durch Mobilfunk-Basisstationen die Symptome bei Personen, die angeben, auf elektromagnetische Felder empfindlich zu sein?“ lautete die Frage, die sich Dr. Elaine Fox, Professorin im Psychologiedepartement der Universität Essex im englischen Colchester, im Titel ihrer Studie gestellt hatte.
Fox und ihre Wissenschaftler untersuchten in ihrem Labor zwei Gruppen von Probanden:
Der Hauptteil der Studie wurde doppelblind durchgeführt, so dass weder die Probanden noch die Versuchsleiter wussten, ob, und wenn ja, welche Strahlung der beiden Strahlungstypen GSM oder UMTS jeweils eingeschaltet war. Fox bezeichnete ihre Studie als randomisiert, das heißt die zwei zu vergleichenden Probandengruppen sollen in medizinischer Hinsicht strukturell vergleichbar gewesen sein.
Bereits an der Fragestellung fällt auf, dass nur Strahlung vom Typ Mobilfunk-Basisstation angewandt wurde, während sich die von den Probanden berichtete Empfindlichkeit „elektromagnetische Felder“ ohne nähere Spezifikation betraf. In Wirklichkeit hatten die Versuchspersonen angegeben, dass sie ihre gesundheitlichen Beschwerden insbesondere auf Immissionen von Mobiltelefonen, und/oder von Basisstationen zurückführten. Die Reihenfolge lässt schließen, dass die Probanden sogar häufiger das Mobiltelefon als Ursache genannt haben als Basisstationen. Weshalb es wichtig ist, hier zwischen der Strahlung von Basisstationen und Mobiltelefonen zu unterscheiden, werden noch sehen.
In der Fragestellung bezeichnen die Wissenschaftler die Empfindlichkeit der Probanden auf elektromagnetische Felder als ein Phänomen, das lediglich von diesen selbst berichtet wurde. Die Fragestellung unterscheidet dabei nicht zwischen vier möglichen Konzepten zu „Elektrosensibilität“, nämlich:
Dass zwischen Typ B (Elektrostress) und Typ D (Strahlenwahrnehmen) genau unterschieden werden muss, zeigt sich am Beispiel ionisierender Strahlung, die anders als schwache elektromagnetische Strahlung, wie jedermann bekannt ist, direkt auf Gene wirkt: Kein Mensch kann radioaktive oder Röntgen-Strahlung sinnlich wahrnehmen (entspräche Typ D), dennoch ist die Schädlichkeit dieser Strahlen für die Gesundheit unbestritten (entspräche Typ B oder C). Während bei ionisierender Strahlung nie von einem Typ D (Strahlenwahrnehmen) die Rede war, geistert dieser bis heute bloß imaginäre Typ in der Welt des Wissenschaftszweigs Bioelectromagnetics herum, dessen Gegenstand biologische Wirkungen nichtionisierender elektromagnetischer Strahlung sind.
Der Gegenstand der Studie ist ein umstrittenes Phänomen – aber wie soll ein solches benannt werden? Die bisherige Bezeichnung „Electromagnetic Hypersensitivity“, auf Deutsch gleichbedeutend mit „Elektrosensibilität“, steht jedenfalls unter einem schlechten Vorzeichen. Wie wir sehen werden, begünstigt sie alle möglichen Täuschungsmanöver, weil bereits diese Bezeichnung die Existenz des imaginären Typs D (Strahlenfühlen) suggeriert. Elektroreagibilität oder Strahlenreaktion wäre eine sachgerechtere Bezeichnung und könnte in Schweregrade eingeteilt werden, analog zu den „ES“-Typen A bis C. Nur hilfsweise schreiben wir auch hier von „ES“.
Die Wissenschaftler um Fox haben ihre Versuche mit Simulatoren für GSM- und UMTS-Basisstationen durchgeführt. Diese Strahlung hat die Wellenlänge bzw. Frequenz von Mikrowellen, nämlich im Fall der GSM-Frequenzen von circa 900 und 1800 MHz, die im Experiment kombiniert wurden, und bei UMTS von circa 2020 MHz. Diese Trägerfrequenzen bleiben beim Senden jeweils unverändert.
Die Stärke der Strahlung entsprach bei den Versuchen einer beim Probanden eintreffenden Leistungsflussdichte von zehn Milliwatt pro Quadratmeter (10 mW/m²). Dieser Wert ist letztlich thermisch bestimmt, denn die Leistungsflussdichte gibt Auskunft über die Leistung der ankommenden Mikrowellenfunkstrahlung, die im menschlichen Körper in Wärme umgewandelt wird. Für die Strahlungsgrenzwerte wird die aus der Leistungsflussdichte ableitbare spezifische (Wärme-)Absorptionsrate SAR mit der Maßeinheit Watt pro Kilogramm (W/kg) verwendet. Die maximale zulässige Immission eines Mobiltelefons in Händen und Füssen (Teilkörperimmission) darf 4 W/kg nicht übersteigen, in Kopf und Rumpf sind noch maximal 2 W/kg zulässig, was an der Grenze zu einer spürbaren Erwärmung des Kopfes ist. Die maximale Teilkörperimmission ist 50-mal stärker als die zulässige Ganzköperimmission einer Basisstation, die 0,08 W/kg für die Bevölkerung beträgt (bei beruflich exponierten Personen: 0,04 W/kg). Im realen Mobilfunkbetrieb schwanken diese Größen, und die erwähnten Grenzwerte werden insbesondere bei Basisstationen kaum je dort erreicht, wo Menschen leben. Die auf Menschen einwirkende Strahlung eines Mobiltelefons ist um Zehnerpotenzen stärker ist als die von Basisstationen, auch wenn die Antennen der Basisstationen grundsätzlich stärker strahlen als die unmittelbar am Kopf sendenden Antennen der Mobiltelefone, denn die Strahlung nimmt mit dem Abstand von der Antenne sehr rasch ab.
Die Strahlung mit den erwähnten Trägerfrequenzen von 900, 1800 und 2020 MHz wird über die Zeit hinweg betrachtet nicht gleichmäßig abgestrahlt, sondern es werden bei GSM-Informationspakete (Bursts) mit einem Takt von 217 Hz und dementsprechend sehr kurzen Sendepausen versandt. Da die erwähnten Immissionswerte und -grenzwerte nur Auskunft über die durchschnittliche Heizwirkung der Strahlung geben, können sie nicht gleichzeitig Auskunft darüber geben, dass die Strahlung nicht stetig, sondern getaktet emittiert wird, und sie können ebenso wenig Auskunft über die Höhe der kurzzeitigen Leistungsmaxima geben.
Für das Phänomen der sogenannten athermischen biologischen Wirkungen halten viele die Taktung oder Pulsung der Strahlung mindestens als Mitursache verantwortlich. Athermisch, das heißt nicht durch Erwärmung verursachte, subtile und vorübergehende biologische Effekte wurden bei zwei Dritteln der bisherigen Studien zu Mobiltelefonstrahlung gefunden, und können als solche als gesichert gelten. Eine gesundheitliche Relevanz dieser Effekte wird jedoch von den meisten Wissenschaftlern bestritten [2]. Bis heute wurde für die athermischen Wirkungen keine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung gefunden und es konnte vor allem auch kein Schwellenwert bestimmt werden.
2.2 Fakten zum Stressgeschehen
Stress im medizinisch-psychologischen Sinn ist nicht ein beständiger oder homogener Zustand, sondern ein Prozess, der hauptsächlich von Hormonen und vom autonomen Nervensystem gesteuert wird. Vereinfacht ausgedrückt ist der typische Ablauf von Stress, dass zunächst ein Reiz einen Erregungszustand („Adrenalinstoß“) auslöst, der entweder direkt in den Ausgangszustand zurückgeregelt wird, oder, wenn er lange andauert, in eine Art Lähmungszustand übergehen kann (Distress mit Cortisol-Überversorgung), bevor er aus diesem Zustand wieder in die Ausgangslage zurückgeregelt wird. Die Dauer der einzelnen Stressphasen hängt hauptsächlich von der Stärke und der Dauer des Reizes sowie von der Abbaugeschwindigkeit der jeweils an den einzelnen Stressphasen beteiligten Hormone ab; die Halbwertszeit des anregenden Adrenalins ist 10 Sekunden, die Halbwertszeit des bei Übermaß lähmend wirkenden Cortisols ist 70 Minuten.
Ein genau definierter Reiz löst nicht bei jedem Menschen gleichartige Stresssymptome aus. Stress wirkt hauptsächlich über die so genannte Hypophysen-Hypothalamus-Nebennierenrinden-Achse, die nach eben diesen drei Hormondrüsen benannt ist. Bei den athermischen Wirkungen von Funkfeldern ist noch unklar, wie und an welcher Stelle die Strahlung auf dieses Hormonsystem einwirkt. Die Stresssymptome variieren innerhalb einer großen Bandbreite, die vom kurzen, oft als positiv empfundenem Adrenalinschub bis zur lange währenden, lähmenden Überversorgung mit Cortisol reichen. Selbst wenn der Betroffene Stress als solchen nicht bewusst wahrnimmt kann er im medizinischen Sinne dennoch vorhanden sein, objektivierbar und messbar – ganz anders als bei Schmerz: Schmerz ist nur, wenn er auch gefühlt wird.
Kurzzeitiger Stress gehört zum normalen Leben und hat keinen Krankheitswert, während chronischer Stress neben anderem einige Hirnareale schädigt und das Immunsystem beeinträchtigt, was indirekt wiederum das Risiko erhöht, an einer Vielfalt schwerer Folgeerkrankungen, bis hin zu Demenz, Herzinfarkt und Krebs, zu erkranken (Typ C, Folgeerkrankung). Da sich elektromagnetische Strahlung nicht direkt, sondern indirekt über ein Stressgeschehen auf die schweren Erkrankungen auswirkt, ist ein unmittelbarer Kausalzusammenhang zwischen Strahlung und Erkrankung für den Einzelfall von Typ C (Folgeerkrankung) kaum herstellbar. Der leichten und baldigen statistischen Ermittlung eines Zusammenhangs stehen die relative Schwäche der Strahlung, ihre Allgegenwart (kein Vergleich mehr) und die langen Latenzzeiten schwerer Erkrankungen im Wege.
Mit kurzzeitiger Bestrahlung durch Mobiltelefone wurden in der Mehrzahl der bisherigen Laborstudien vorübergehende biologische Effekte hervorgerufen [2]. Die einzelne Studie erfasste jeweils nur wenige objektivierte medizinische und psychologische Zielgrößen bzw. Symptome. Höchst bemerkenswert ist, dass die Symptome bei Typ A (objektivierbar) eintraten, der bei Provokationsstudien gewöhnlich die Kontrollgruppe bildet. Brisant ist dies deshalb, weil diese Probanden anders als Typ B (Elektrostress) nicht von Wirkungen elektromagnetischer Strahlung berichten und auch nicht wie Typ D (Strahlenwahrnehmen) behaupten, Strahlung gleichsam sinnlich wahrnehmen zu können. Die objektivierten Symptome sind jedoch regelmäßig Teilsymptome des Stressgeschehens der Stressphase „leichter Adrenalinkick“. Ein Mobiltelefongespräch verursacht folglich innerhalb kurzer Zeit subtile Stresssymptome der Adrenalinphase – und zwar unabhängig vom Gesprächsinhalt!
Die Symptome aus Bestrahlung mit Mobiltelefonen treten in aller Regel innerhalb kurzer Zeit auf, typischerweise nach 6,5 Minuten (G. James Rubin, [3]), und sie bilden sich für gewöhnlich innerhalb kurzer Zeit zurück. Wenn die nachgewiesenen Einzelsymptome als Teil der Adrenalin-Stressphase verstanden werden, dann kann als nachgewiesen gelten, dass Mobiltelefone Stress auslösen können. Bisher wurden jedoch nur die Teilsymptome von Stress und nicht Stress als solcher als Folge der Strahlung beschrieben.
Symptome aufgrund von Mobiltelefonen waren übrigens die häufigste „Qualifikation“, um von Fox in ihrer Laborstudie der Gruppe der „ES“ zugeordnet zu werden; in der Studie wurde jedoch Strahlung vom Typ Basisstation verwendet.
Die normalerweise viel schwächere Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen, im Vergleich zur Strahlung von Mobiltelefonen beim Telefonieren, trifft die Bevölkerung nicht nur beim Telefonieren, sondern ununterbrochen, Tag und Nacht, Tag für Tag, mit einer Pulsung mit 217 Hz (217 Bursts pro Sekunde). Feldstudien mit Personen, die in der Nähe von Basisstationen leben, ergaben eher Hinweise auf chronische Stressfolgen Typ C (Folgeerkrankung) als auf akute Stresssymptome. Feldstudien zu Mobilfunk-Basisstationen weisen zwangsläufig methodische Mängel auf, weil es im gewöhnlichen Umfeld der Befragten oder Probanden keine einheitliche Strahlungslage gibt, eine Bewegung um einen Meter kann die Strahlung leicht verdoppeln oder halbieren. Außerdem nimmt die Gesamtstrahlung mit jeder neu eingeführten Technik wie DECT, WiMax, W-LAN, Tetra etc. gleich stufenweise zu. Wenn man die Strahlung von Basisstationen im Labor einigermaßen realitätsnah abbilden wollte, dann müssten die Sitzungen mit den Probanden mindestens mehrere Stunden einschließlich der Nacht dauern. Derartige Studien wurden jedoch nie unternommen; typische Laborexpositionen dauern nur zwischen 20 und 50 Minuten, wie auch bei Fox. Trotz offensichtlicher Realitätsferne kurzzeitiger Befeldung mit Basisstationsstrahlung im Labor pflegen die Mobilfunkbetreiber jeweils auf Grund solcher Studien Entwarnung zum Strahlungsrisiko durchzugeben (beispielsweise TNO-Replikation [4]).
Da Feldstudien zu Basisstationsstrahlung methodisch mangelhaft sind, und Laborstudien nicht mit realistischer Dauer durchgeführt werden, liegt zu Typ C (Folgeerkrankung) gar nichts mit Beweiskraft vor. Der Nachweis, dass eine bestimmte elektromagnetische Strahlung lange andauernden, sozusagen chronischen Stress mit der Möglichkeit von Folgeerkrankungen verursachen kann, wäre für Betreiber und Verkäufer entsprechender Geräte und Anlagen der entscheidende Schritt auf dem Weg zum Nachweis eines Kausalzusammenhangs, mit die Existenz gefährdenden finanziellen Folgen.
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“Da Feldstudien zu Basisstationsstrahlung methodisch mangelhaft sind, und Laborstudien nicht mit realistischer Dauer durchgeführt werden ...” |
Wenn subtile Stresssymptome die zu untersuchende Zielgröße eines Versuchs sind, dann ist der mächtigste und zugleich nächstliegende Confounder (verzerrender Störeinfluss) der Stress, den die Versuchssituation als solche bereitet. Wenn wir uns in die Situation eines als „ES“ bezeichneten Probanden von Typ B (Elektrostress) oder D (Strahlenwahrnehmen) versetzen, dann erkennen wir leicht, dass das übliche Versuchsdesign meist mehrfachen Stress bereitet:
Unter den geschilderten Umständen kann keine Rede sein von einer neutralen Testsituation, die zur Objektivierung subtiler und flüchtiger Symptome geeignet wäre.
Wenn Stress durch elektromagnetische Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen oder -telefonen verursacht wird, dann weist er zwei Besonderheiten auf: Erstens ist die verursachende Strahlung meist nur sehr schwach und tritt kaum aus dem in der zivilisierten Welt allgegenwärtigen Hintergrundrauschen elektromagnetischer Strahlung aus allen möglichen Quellen hervor. Zweitens sind bei der großen Mehrheit der Bevölkerung die von der Strahlung verursachten Stresssymptome nur vorübergehend und so subtil, dass sie nicht bewusst wahrgenommen werden, Typ A (objektivierbar). Dieses stellt hohe Anforderungen an einen wissenschaftlich einwandfreien Versuchsaufbau:
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“Die nicht nur von Fox angewandte, sondern in Bioelectromagnetics allgemein übliche Versuchs- anordnung ist unsauber und mithin krass unwissenschaftlich, weil sie es verunmöglicht, den elektromagne- tisch bedingten von dem aus der Testsituation stammenden Stress zu isolieren und getrennt zu objektivieren.” |
Die nicht nur von Fox angewandte, sondern in Bioelectromagnetics allgemein übliche Versuchsanordnung ist unsauber und mithin krass unwissenschaftlich, weil sie es verunmöglicht, den elektromagnetisch bedingten von dem aus der Testsituation stammenden Stress zu isolieren und getrennt zu objektivieren.
2.3 Besonderheiten des Wissenschaftszweigs „Bioelectromagnetics“
Nach dem Zusammenwirken von Wissenschaftlern und Probanden geht es jetzt darum, wie die auftraggebende Mobilfunkbranche mit ihren Wissenschaftlern zusammenwirkt. Die erste interessante Besonderheit der Mobilfunkbranche ist, dass die heutigen Strahlungsgrenzwerte zum Gesundheitsschutz im Jahr 1998 von dem privaten Mobilfunkindustrieverein ICNIRP (International Commission on Non-Ionising Radiation Protection) vorgeschlagen und festgelegt wurden, und später von der Weltgesundheitsorganisation WHO übernommen worden sind. Diese privat festgelegten und letztlich rein thermisch bestimmten Grenzwerte zum Schutz vor allen Wirkungen, auch vor den athermischen, wurden von den meisten Staaten ohne Abweichung nachvollzogen. Die zweite Besonderheit ist, dass die Forschung zur Frage, ob die Grenzwerte gesundheitlichen Anforderungen genügen, nämlich der Wissenschaftszweig Bioelectromagnetics, ebenfalls weitgehend privat geprägt ist. Bioelectromagnetics wird im wesentlichen von derselben Industrie finanziert und betrieben, die bereits die Grenzwerte festgelegt hat und für diese letztlich die Verantwortung trägt, womit sich ein Kreis schließt. Diese Besonderheiten mögen zu einem kleinen Exkurs in die Welt von Bioelectromagnetics motivieren.
Für Mobilfunkbetreiber sind die Strahlungsgrenzwerte von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Zum einen schützen Grenzwerte mit Gesetzesrang das Vermögen der Mobilfunkbetreiber vor Schadensersatzklagen. Eine derartige rechtliche Absicherung ist umso wichtiger, als zum grundsätzlich nahezu unermesslich hohen Umwelt- und Produkthaftpflichtrisiko aus nichtionisierender Strahlung kein Rückversicherungsschutz gefunden werden kann. Hohe staatliche Grenzwerte ermöglichen auch überhaupt einen wirtschaftlichen Mobilfunkbetrieb. Eine Absenkung oder gar Aufhebung der Grenzwerte hätte für die Betreiber existenzielle Haftungs- und Kostenfolgen.
Die bestehenden, rein thermisch bestimmten Grenzwerte für Mobilfunk waren bisher insofern haftungsrechtlich effizient als sich noch keiner das Ohr am Handy verbrannt hat und dafür entschädigt werden musste. Offen ist jedoch die Frage, ob die bei Strahlungsstärken unterhalb der thermischen Grenzwerte auftretenden athermischen biologischen Effekte von gesundheitlicher Relevanz sind. Athermische biologische Wirkungen treten definitionsgemäß unterhalb der geltenden thermisch bestimmten Grenzwerte ein, und zwar möglicherweise weit darunter. Bisherige Beobachtungen legen nahe, dass eine allfällige Grenzwertsenkung zum Schutz vor athermischen Wirkungen gleich um mehre Zehnerpotenzen erfolgen müsste, und nicht etwa nur um den Faktor 10. Dieses hätte einschneidende Auswirkungen auf den Betrieb der Mobilfunknetze.
Vor diesem Hintergrund finanziert die Industrie zahlreiche Wissenschaftler ihres Wissenschaftszweigs Bioelectromagnetics, um in der Öffentlichkeit eine bestimmte Wahrnehmung zu fördern, nämlich Mobilfunkstrahlung stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar. Die Bioelectromagnetics Forschung ist im Wesentlichen eine Public-Relations-Veranstaltung der Industrie. Bereits die Tatsache, dass sich Wissenschaftler überhaupt intensiv mit dem Problem befassen, ist geeignet die Bevölkerung zu beruhigen, denn „Wissenschaft“ genießt einen Vertrauensbonus, und so produzieren denn Wissenschaftler, die mit staatlichen Titeln an staatlichen Hochschulen lehren, eine grosse Anzahl Studien; gemäss dem österreichischen Mobilfunkerverein Forum Mobilkommunikation bisher rund 20'000 [5].
Die extrem hohen Summen, die bei einer möglichen kräftigen Absenkung der Strahlungsgrenzwerte auf dem Spiel stehen, sind die Erklärung dafür, dass die Industrie bisher Hunderte von Millionen Euro bzw. Dollar in ihren Forschungszweig Bioelectromagnetics gesteckt hat, Geld, mit dem die PR und Wahrnehmungspflege zur Strahlensicherheit betrieben wird. Kennzeichnend für den PR-Charakter ist, dass es beispielsweise der schweizerischen industrieeigenen
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“... Bereits die Tatsache, dass sich Wissenschaftler überhaupt intensiv mit dem Problem befassen, ist geeignet die Bevölkerung zu beruhigen, denn „Wissenschaft“ genießt einen Vertrauensbonus ...” |
Bioelectromagnetics ist eine wissenschaftliche Community von wenigen Hundert Wissenschaftlern. Wie in jeder anderen wissenschaftliche Community bestimmen ihre erfahrensten und angesehensten Mitglieder die jeweils gültigen Paradigmen, Axiome, Dogmen und Leitsätze. Die zahlreichen Studien in Bioelectromagnetics werden in circa fünf wissenschaftlichen Journalen mit Peer-Review publiziert, oder mit wissenschaftlicher Begutachtung vor dem Abdruck der eingesandten Artikel. Der Gegenstand von Bioelectromagnetics ist die gesundheitliche Verträglichkeit elektromagnetischer Strahlung, wobei zur Zeit die Mobilfunkstrahlung im Zentrum des Interesses steht, da hierzu die meisten Bedenken geäußert werden. Die bestimmenden Mitglieder der Community von Bioelectromagnetics sind für ihre Forschung in Bezug auf Geld und Infrastruktur existenziell von der Mobilfunkindustrie abhängig. Bioelectromagnetics ist damit ein weitgehend privat bestimmter und praktizierter Wissenschaftszweig. Daran ändert auch nichts, dass es immer wieder gelingt, den Staat zur teilweisen oder gänzlichen Finanzierung von Forschungsprogrammen anzuregen.
Typisch hierfür ist der Fall des schweizerischen Nationalen Forschungsprogramms 57, das von 2007 bis 2010 dauert. Die vom Bund diesem Programm zugesprochene Summe von CHF 5 Mio. (EUR 3 Mio.) liegt auf das Jahr umgerechnet um einiges höher als das bisherige jährliche Budget der schweizerischen Mobilfunker für die industrieeigene Forschungsstiftung Mobilkommunikation. Dank des nun staatlich finanzierten Forschungsprogramms konnte die industrieeigene Stiftung ihr Budget allein von 2006 auf 2007 auf weniger als die Hälfte kürzen, ohne dass einer der normalerweise von ihr beschäftigten Wissenschaftler zu darben braucht – diese Wissenschaftler erhalten ihr Zubrot nun vorübergehend während vier Jahren vom Bund. Dieselben Wissenschaftler können ab 2010 bei der industrieeigenen Forschungsstiftung erneut anheuern – die Industrie hat ihnen bereits heute Mittel im bisherigen Ausmaß versprochen [7].
Das existenzielle Interesse der privaten industriellen Forschungssponsoren, nämlich die hohen Grenzwerte hoch zu halten, gebietet, dass aus der von ihnen finanzierten und beeinflussten Forschung kein Nachweis athermisch bewirkter Gesundheitsschäden resultieren darf. Dass das Buch „Krank durch Mobilfunk?“ des damaligen Swisscom-Mitarbeiters „Prof.“ Reinhold Berz, herausgegeben 2003 in Bern, das von den Mobilfunkern an die Schweizer Ärzte versandt wurde, als Quelle für medizinische Gutachten verwendet wird, die die “ES” Typ B (Elektrostress) verneinen, darf als Musterbeispiel für wirksame Desinformation gelten. Kennzeichnend für einen Industrievertreter wie Berz ist, dass er als Teilnehmer an der Prager Konferenz 2004 des UNO Forschungsprogramms COST Action 281 für „ES“ den Begriff MUS (medizinisch unerklärtes Symptom) vorschlug. Nachdem auch der Vorschlag „Elektrophobie“ keine Gnade fand, bestimmte der Konferenzleiter Repacholi, dass das Phänomen als idiopathische Umwelterkrankung mit elektromagnetischer Begründung (IEI-EMF) in der Internationalen Klassifikation der Diagnosen ICD-10 einzuordnen sei. Damit seien Personen zu klassieren, die aussagen, ihre Gesundheit würde durch elektromagnetische Felder von Alltagsgegenständen wie auch Mobilfunk-Basisstationen beeinträchtigt. Die zu stellende Diagnose wäre mithin stets ein psychisches Leiden, nicht eine medizinisches Erkrankung. In der Konferenz wurde folgerichtig beschlossen [8], den Ärzten vorzugeben, als Therapie gegen „ES“ sei eine kognitive Verhaltenstherapie zur Reduktion von Angst angezeigt.
Die weltweite Bioelectromagnetics Forschung wurde bis August 2006 durch den industrienahen Michael Repacholi, General-Koordinator des Internationalen EMF-Projekts (elektromagnetische Felder) der Weltgesundheitsorganisation WHO, koordiniert. Der oberste Koordinator hat seine Vorgaben in einer als wissenschaftliche Studie verkleideten programmatischen Schrift verbreitet [9], die eine Zusammenfassung der Konferenz in Prag darstellen soll. Darin behauptet er auch, dass Mobilfunkstrahlung aus prinzipiellen Gründen keine athermisch bewirkten gesundheitsschädigende Effekte verursachen könne. Hier scheint die Peer-Review von Environmental Health Perspectives versagt oder vor Repacholi gekuscht zu haben.
Hier kommen wir wieder kurz auf das NFP 57 zurück: Dieses staatlich finanzierte Forschungsprogramm wird wie erwähnt von den gleichen Personen betrieben, die sonst für die industrieeigene Stiftung arbeiten. Folgerichtig wendet diese Mannschaft auch im staatlichen Programm wesentlich weniger als die Hälfte der Mittel für die Erforschung athermischer Wirkungen auf [10].
Anders als andere Wissenschaftszweige wird Bioelectromagnetics nicht vom Streben nach mehr Wissen angetrieben, sondern es wird in einer Atmosphäre von Glaube und Ideologie nach der Bestätigung der industriellen Vorgaben gesucht, dass unter den bestehenden Grenzwerten keine gesundheitliche Wirkung erfolgen darf und könne, oder dass allfällige Wirkungen andere Ursachen haben müssen.
Die vorliegende Kritik gilt über die einzelne Studie hinaus auch der Pseudowissenschaft Bioelectromagnetics, in der die Industrie über den Einfluss verfügt, Vorgaben zur „Wahrheit“ zu machen. Das Ausmaß an Fremdbestimmung gemahnt an Religionswissenschaften oder an die einstige Pseudowissenschaft Marxismus-Leninismus. „Macht besitzt der bestimmt was wahr ist.“ Ein Papst übt über die Strenggläubigen große Macht aus: Für diese ist eine jungfräuliche Geburt ein wahres Ereignis. Repacholi konnte wie ein Papst oder ein Pate bestimmen, dass ein Nonsens-Satz wie: „Elektromagnetische Strahlung kann nicht gesundheitsschädigend sein, weil elektromagnetische Strahlung nicht mit einem Sinnesorgan gefühlt werden kann“ für die Bioelectromagnetics als wahr gilt [11].
Es ist nur folgerichtig, dass der deutsche Mobilfunkindustrieverein Forschungsgemeinschaft Funk e.V. mit seinem Newsletter bei deutschen Ärzten verbreitet, es könne keine athermischen Wirkungen geben, und wenn es solche doch gäbe, dann hätten sie andere Ursachen, vornehmlich psychische. Beispiele:
Frank Gollnick hat am Beispiel des menschlichen Auges „bewiesen“, dass es theoretisch nicht sein könne, dass Mobilfunkstrahlung athermisch auf den menschlichen Körper einwirke [12]. Sein „Beweis“ wird ohne weiteres durch Laborstudien zur Mobiltelefonstrahlung entkräftet [2].
Die mit Strahlenschutz betraute Beamtin der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA Gerlinde Kaul schreibt an die Ärzteschaft, „ES“ könne auch durch Angst vor Mobilfunkantennen, sofern sie vom Unterbewusstsein als Phallussymbole wahrgenommen werden, verursacht sein [13]. Bei solcher Abseitigkeit verwundert es nicht mehr, dass Frau Kaul noch vor kurzem ebenfalls ein Experiment mit Basisstationsstrahlung zum imaginären „ES“ Typ D (Strahlenwahrnehmen) durchgeführt hat.
Wie eine Studie herauskommen muss, wenn sich ein privatisierter Wissenschaftszweig nicht dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung widmet, sondern die Verteidigung privat festgelegter Grenzwerte betreibt, sehen wir gleich am Beispiel der Studie von Fox. Wenn Fox mit Eifer imaginäre „ES“ Typ D (Strahlenwahrnehmen) erforscht, statt Typ A (objektivierbar), Typ B (Elektrostress) oder Typ C (Folgeerkrankung), dann erhält ihre Studie eine höhere, eine esoterische Qualität.
3 Design und Durchführung der Studie
Fox und ihre Wissenschaftlergruppe haben sich bereits vor ihrer Laborstudie mit „ES“ befasst. Nachdem die Gruppe einen Fragebogen zu „ES“, den “Electromagnetic Hypersensitivity Questionnaire” geschaffen hatte [14], der ohne direkten Kontakt mit Personen sondern über Postversand angewandt wurde, gab die Studie die Gelegenheit, den Fragebogen auch im Labor anzuwenden und zu überprüfen. Die Studie wurde durchgeführt, obwohl die Anzahl der rekrutierten Probanden für wirklich signifikante Ergebnisse zu klein war. Der Fragebogen von Fox wäre nur ein Fragebogen von vielen und somit unbedeutend, wenn nicht die Absicht bestünde, ihn generell zur „Bestimmung” von „ES“ zu verwenden. Der Fragebogen soll nämlich in weiteren Studien dafür verwendet werden, Probanden der „ES“-Gruppe zuzuordnen. Er soll darüber hinaus auch allen Ärzten dazu dienen, Patienten, die ihre Leiden auf Strahlung zurückführen, einen besonderen Code zuzuordnen, worauf wir noch zurückkommen.
Die Hauptversion des Fragebogens wurde an 20'000 zufällig ausgewählte Personen versandt. 3600 oder 18 % der Fragebögen konnten am Ende ausgewertet werden. Auf 700 oder 19 % der ausgewerteten Fragebögen haben die Befragten die ausdrückliche Frage, ob sie elektrosensibel seien, bejaht, und wurden deshalb von Fox als „ES“ in einer Gruppe zusammengefasst, deren Fragebogen gesondert ausgewertet wurden. Auf einer fünfteiligen Skala zu den Auswirkungen bestimmter Emissions- oder Störquellen ordneten diese „ES“ den folgenden Strahlungsquellen Werte von „gar nicht“ bis „stark“ zu. Aus dieser Aufstellung haben wir die Antworten von “moderat“ bis “stark“ für die folgende Tabelle verwendet (in der lila unterlegten Spalte stehen die Angaben zur gleichen Frage von denjenigen Personen, die von Fox nicht als elektrosensibel eingestuft wurden):
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Als moderate bis starke Strahlungquellen nannten rd. zwei Drittel der „ES“ Mobiltelefone und Basisstationen, weniger als die Hälfte nannten Computer, Fluoreszenzbeleuchtung und Stromleitungen (NF), und ein Viertel bis ein Drittel kreuzten Fernseher, Radio- und Fernsehsender, Mikrowellenöfen und Haushaltsgeräte an. Es kann kaum ein Zufall sein, dass die Reihenfolge der Häufigkeit bei beiden Gruppen, bei den „ES“ und bei den nicht als „ES“ bezeichneten Personen, beinahe identisch ist. Die kleine Aufstellung gibt Anlass zu Überlegungen:
Der Fragebogen enthält 57 Gesundheitsfragen, die folgenden Gebieten zugeordnet werden können, wovon jeweils ein Teil wiederum akuter oder chronischer Stresssymptomatik zugeordnet werden kann [15]:
Nicht nur im Zusammenhang mit der kritisierten Studie sondern auch im Zusammenhang mit der künftigen Anwendung des Fragebogens durch Dritte ist es interessant, welche Antworten von der Auswertung ausgeschlossen werden, und zwar unter dem Titel „Data cleaning“. Es sind dies mindestens Hautquaddeln, Prickeln im Gesicht, verschwommenes Sehen, Augenprobleme, Verdauungsprobleme, kalter Schweiß und hoher Blutdruck. Ein Teil dieser Symptome wird von Personen, die über besonders ausgeprägte Stresssymptome in der Folge von Strahlung berichten, als jeweils rasch und akut eintretend geschildert, nämlich: Prickeln im Gesicht, verschwommenes Sehen oder Augenprobleme, hoher Blutdruck. Von diesen wären wiederum mindestens die Sehschärfe und der Blutdruck leicht objektivierbar. Die erwähnte Personengruppe pflegt noch weitere akute Stresssymptome zu nennen, die im Fragebogen jedoch fehlen: Nervosität, Denkprobleme bis zum Blackout, Tunnelblick, Ziehen in der Kopfhaut.
Nachdem Fox ausgerechnet einige der Symptome mit statistischer Begründung ausgeschlossen hatte, die für „ES“ besonders spezifisch zu sein scheinen, überrascht nicht mehr, was sie herausgefunden hat: Die Zusammensetzung der Symptome der „ES“ war praktisch die selbe wie bei der Kontrollgruppe – die „ES“ sind lediglich an allem ungefähr doppelt so stark oder häufig erkrankt wie die Kontrollgruppe, auch an chronischen Krankheiten. Wer in Zukunft den Fragebogen von Fox auf dieselbe Weise wie Fox verwendet, der kann gewiss sein, keine „ES“ von Typ B (Elektrostress) zu finden.
Die Erkenntnis, die Fox daraus ableitet ist, dass „ES“ gesundheitlich keine anderen Merkmale als die anderen aufweisen, und dass es demzufolge „ES“ als Krankheitsbild nicht gibt.
Eine vorurteilsloser Beobachter der Szene würde sich hingegen Fragen stellen:
Hätte Fox in ihrer Studie wenigstens die Frage gestellt und beantwortet, ob ihre „ES“ durch eigene Beobachtung auf elektromagnetische Strahlung als Krankheitsursache gekommen sind, und hätten diese mit „ja“ geantwortet, dann wäre ein ursächlicher Zusammenhang nahe gelegen, während im umgekehrten Fall medienbedingte Hysterie vermutet werden könnte. Da Fox aber keine der Fragen weder gestellt noch beantwortet hat, war es für sie ein Leichtes, die Probanden in der Gruppe der „ES“ als eingebildete Kranke oder allein aufgrund von Nocebo Erkrankte darzustellen, und es war ebenfalls einfach, dieses Urteil gleich auf sämtliche „ES“ des Typs B (Elektrostress) zu erweitern. Fox hat auch nicht die ebenfalls nahe liegende Frage gestellt, ob die höhere Anzahl chronischer Krankheiten bei den „ES“ dem Typ C (Folgeerkrankungen) entspricht, also durch die Strahlung verursacht sein könnte. Wir werden auf dieses Verhalten von Fox und seine möglichen Gründe später noch zurückkommen.
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Strahlungsdifferenzen zwischen Die Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen und Mobiltelefonen ist nicht identisch. So ist die Immission von Mobiltelefonen im Alltag leicht 1000-mal stärker als die von Basisstationen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist: Mobiltelefone senden immer ein stark gepulstes Hochfrequenzsignal aus. Auch Basisstationen senden ein ebenso stark gepulstes Signal, jedoch nur dann, wenn über die Basisstation (z.B. nachts) kein Funktelefonat abgewickelt wird. Mit zunehmender Auslastung eines physikalischen Sendekanals wird die Pulsung bei Basisstationen immer schwächer, bei voller Auslastung eines Kanals (acht Funktelefonate) ist sie nahezu nicht mehr vorhanden. Gepulste Hochfrequenzsignale gelten als biologisch aggressiver im Vergleich zu ungepulsten Signalen, so dass der Strahlung von Mobiltelefonen nicht allein wegen der höheren Immission eine höhere biologische Relevanz zukommt als der Mobilfunk-Basisstationsstrahlung. |
Diese Diskrepanz zwischen den Strahlungsquellen, welche die Probanden als beeinträchtigend geschildert hatten, und der im Laborversuch angewandten Strahlung zeigt, dass die Wissenschaftler um Fox die Erforschung des Phänomens „ES“ nicht ernsthaft betrieben. Seriöse Forscher hätten die Probanden mit derjenigen Noxe (Schadeinfluss) bestrahlt, die von diesen als die Schädlichste bezeichnet wurde. Man verabreicht schließlich auch nicht Opium, wenn die Suchtwirkung von Nikotin erforscht werden soll. Fox ging im Voraus von einem bestimmten Ergebnis der Studie aus, nämlich dass „ES“ nicht eine Sache der Strahlung, sondern der Psyche sei. Jedenfalls nannte sie bereits bei der Ausarbeitung des Fragebogens als Gegenmittel zu „ES“ die psychiatrische Behandlungsmethode kognitive Verhaltenstherapie, die bei grundlosen Ängsten angezeigt ist [14].
Idiopathische Umweltintoleranz und kognitive Verhaltenstherapie sind medizinische Kategorien. Die Vertreter von Bioelectromagnetics – Physiker, Psychologen, Statistiker, meist Nichtmediziner – wenden diese Begriffe bedenkenlos auf „ES“ an, ohne zuvor beim Patienten durch eine medizinische Ausschlussdiagnostik eine mögliche Wirkung elektromagnetischer Strahlung ausgeschlossen zu haben, wie die ärztlichen Leitlinien dies vorschreiben. Ebenso bedenkenlos nehmen sie in Kauf, dass Versicherungsträger eine kostspielige kognitive Verhaltenstherapie als Fehlbehandlung zu zahlen haben.
Nachdem wir das Auseinanderklaffen der von den Probanden genannten und der im Labor angewandten Noxe festgestellt haben, müssten wir die Studie dem Shredder überantworten, weil sie nicht nur wertlos, sondern auch noch irreführend ist. Da die Studie und die daraus folgende Publizität jedoch typisch und kennzeichnend für eine ganze Reihe ähnlicher Studien sind, die teilweise erst noch publiziert werden, und da die Studie einem Betrug an Probanden gleichkommt, die mit einer anderen als der ihren Symptomschilderungen angemessenen Strahlung befeldet wurden, setzen wir unsere Kritik jedoch fort.
3.3 Selektion, Klassierung Randomisierung und Ausschluss von Probanden
Das Studiendesign sah von Anfang an nur eine kurzzeitige Provokation mit schwacher simulierter Basisstationsstrahlung vor. Wie bereits erwähnt, erfolgte die Selektion der „ES“ unter den
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“Nachdem wir das Auseinander- klaffen der von den Probanden genannten und der im Labor angewandten Noxe festgestellt haben, müssten wir die Studie dem Shredder überantworten ...” |
Die oben im Zusammenhang mit dem Fragebogen angeführten Strahlungsquellen unterscheiden sich in Bezug auf Frequenz, Stärke und Art der Strahlung völlig voneinander. Dass die Wissenschaftler einer derart heterogenen Zusammensetzung von Schadimmissionen ausschließlich Mobilfunk-Basisstationsstrahlung gegenüber gestellt haben, und dass sie den Anteil der anderen von den „ES“ Probanden genannten Immissionsquellen nicht offen gelegt haben, erscheint uns als grober Fehler – es ging der Psychologin Fox auch nicht um physikalisch oder physiologisch richtige Erkenntnisse, sondern um ein psychologisches Ziel.
Mit dem Fragebogen wollte die Psychologin Fox ein Instrument schaffen, mit dem die „ES“ als idiopathisch Umwelterkrankte (IEI-EMF) identifiziert, klassiert und codiert werden können. Auf diese Weise und mit diesem Mittel wollte sie den Beschluss von Prag umsetzen, nach dem „ES“ pauschal als psychisches Leiden einzuordnen sei, ohne dass der Arzt überhaupt nach einem Zusammenhang mit Strahlung zu suchen habe [8]. Der medizinische und psychologische Praktiker sollte analog zu den standardisierten Fragebogen für Demenzerkrankungen einen Fragebogen für „ES“ für die sichere Diagnostik zur Verfügung haben. Der Fragebogen zum international gültigen WHO-Code IEI-EMF sollte zugleich gewährleisten, dass die „ES“ nicht etwa eine medizinische und kausal mit einer Immission begründete Diagnose erhalten, sondern stets eine idiopathisch psychische, d. h. die Ursache sollte in der individuellen Psyche, beim Patienten selbst, angesiedelt werden. Die Laborstudie von Fox diente eigentlich nur der praktischen Überprüfung ihres Fragebogens an Probanden mit „ES“ und an einer Kontrollgruppe.
Fox hat als „ES“ Personen rekrutiert, die gesundheitliche Beschwerden im Zusammenhang mit elektromagnetischer Strahlung geschildert haben, und darüber hinaus behaupteten, sie könnten Strahlen wahrnehmen. Die Probanden stellten möglicherweise einen Mischtyp von Typ B (Elektrostress) und Typ D (Strahlenwahrnehmen) dar. Wenn der Fragebogen den Zweck erfüllen sollte, „ES“ als rein psychisches Problem zu klassieren, dann mussten die Antworten der „ES“ ein medizinisch unspezifisches, d. h. mit keiner besonderen Ursache verbundenes Krankheitsbild ergeben, jedoch eine harmlose psychische Auffälligkeit des Typs Hypochondrie, Angststörung oder ähnlich. Wir werden noch sehen, mit welchen Mitteln dieses Ziel erreicht wurde.
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“Bisher scheint noch kein Medien- schaffender öffentlich hinterfragt zu haben, weshalb Fox Menschen mit Gesundheitsproblemen (Typ B, Elektrostress) auf angebliche Fähigkeiten des Typs D (Strahlen- wahrnehmen) getestet hat.” |
Bei der Laborstudie von Fox erfolgte eine zweistufige Gruppenbildung. In Laborstudien wird regelmässig eine Kontrollgruppe mit Placebo (Scheinmedikament) oder Nocebo (Scheinschadstoff) behandelt. Diese Gruppenbildung erfolgte, indem sämtliche Probanden je eine GSM-, UMTS- und Schein-(Sham-)Befeldung erhielten.
Eine weitere Gruppenbildung erfolgte durch die Einteilung der Probanden in die Gruppe der „ES“ und die Kontrollgruppe. Diese Einteilung sollte der Erforschung von Abweichungen bei Merkmalen der „ES“ von Merkmalen des Bevölkerungsdurchschnitts dienen. Für einen solchen Vergleich sollte die Kontrollgruppe den „ES“ in allen medizinisch und psychologisch relevanten Eigenschaften gleichen, mit Ausnahme der Eigenschaft „ES“. Eine solche Entsprechung wird als Randomisierung bezeichnet. Die „ES“ aber waren durchschnittlich 9 Jahre jünger (46) als die Kontrollgruppe (54). Weil die Stressregulierung hormonell erfolgt, und weil die Hormonpegel vom Alter abhängen, entsteht aufgrund dieser mangelhaften Randomisierung ein Bias (Verzerrung).
Bereits aufgrund der vorangegangenen Fragebogenaktion konnte Fox statistisch erwarten, dass bei den „ES“ der Laborstudie der akute Gesundheitszustand schlechter als bei der Kontrollgruppe sein wird, und dass die „ES“ unter mehr chronischen Krankheiten als die Kontrollgruppe leiden würden. Bei der Laborstudie waren die „ES“ tatsächlich akut kränker, in Bezug auf die fünf häufigsten chronischen Erkrankungen waren durch das Ausscheiden schwer chronisch Erkrankter die beiden Gruppen jedoch ähnlich. Wenn „ES“ Typ C (Folgeerkrankungen) ausgeschlossen wurden, dann hätte ein solcher Ausschluss diese Wirkung; ob es sich tatsächlich so verhielt lässt sich der Veröffentlichung von Fox nicht direkt entnehmen.
Als mit der Laborstudie zu erfassende Zielgrößen wurden die subjektive Wahrnehmung des Gesundheitszustandes und des Wohlbefindens bestimmt, anscheinend als Ersatz für eine wohl zu aufwendige vollständige objektive Erfassung. Für beide Größen waren die Werte bei den „ES“ wesentlich schlechter als bei der Kontrollgruppe. Dieser Effekt wurde ebenfalls mit angeblichen Wahrnehmungsproblemen der „ES“ begründet.
Fox hat nicht ernsthaft nach möglichen charakteristischen gesundheitlichen Unterschieden zwischen den „ES“ und der Kontrollgruppe gesucht. Solche wären einem Beweis für „ES“ Typ B (Elektrostress) gefährlich nahe gekommen. Es wurden denn auch keine „ES“ Typ B gefunden. Wie weit dieses auf “Data Cleaning” analog zur vorangegangen Fragebogenaktion zurückzuführen ist, lässt sich mangels Offenlegung nicht erkennen. Die Wissenschaftler vermuteten wohl bereits im Vorfeld, dass es sich bei „ES“ lediglich um ein Wahrnehmungsproblem handele; jedenfalls hatten die Wissenschaftler bereits im Bericht zum Fragebogen als therapeutische Intervention eine kognitive Verhaltenstherapie vorgeschlagen [14].
Bei diesen wissenschaftsfernen Vorurteilen (oder Vorgaben?) verwundert es nicht, dass die Wissenschaftler auch nicht ansatzweise zu ergründen versuchten, ob der schlechtere Gesundheitszustand möglicherweise durch die Belastung mit Strahlung verursacht war, und die Probanden mithin möglicherweise vom Typ B (Elektrostress) waren. Bei umsichtigem Design der Studie hätte die Kontrollgruppe sogar der Suche nach Typ A (objektivierbar) dienen können, und in der Gruppe der „ES“ wäre vielleicht Typ B (Elektrostress) gefunden worden. An so einer möglichen Erkenntnis haben sich die Wissenschaftler aber selbst gehindert – sie haben nämlich einige Fragen mit der Begründung „Data Cleaning“ in Bezug auf einige sehr charakteristische Symptome von Typ B (Elektrostress) selektiv nicht ausgewertet.
Für eine Suche nach Personen von Typ B (Elektrostress) hätten die Wissenschaftler nach den Regeln wissenschaftlicher Forschung eine Hypothese zu „ES“ vom Typ B (Elektrostress) formulieren müssen. Als Paradigma, Axiom, Theorem oder Glaubenssatz von Bioelectromagnetics gilt jedoch: Gesundheitsschäden aus Mobilfunkstrahlung darf es nicht geben, und es kann solche nicht geben. Leichte und vorübergehende Gesundheitsbeeinträchtigung aus Mobilfunkstrahlung entspricht eigentlich dem Typ B (Elektrostress), und stellt oft ein Vorläuferstadium zu Typ C (Folgeerkrankung) dar. Diese Umstände verbieten es jedem Mitglied der wissenschaftlichen Gemeinschaft der Bioelectromagnetics, auch nur eine einzige Hypothese zu formulieren, die Typ B (Elektrostress) charakterisiert und demzufolge für möglich hält. Dass bei der Laborstudie von Fox der Nocebo-Effekt der einzige mit Gewissheit bei den „ES“ festgestellte Effekt bleiben musste, ist letztlich eine Auswirkung einer Ideologie, die einige Forschungshypothesen nicht gestattet, und die Konsequenz daraus, dass es Privaten gelungen ist, dieser wissenschaftlichen Gemeinschaft die Axiome und Paradigmen vorzugeben. Jeder Forscher in Bioelectromagnetics müsste sauber unterscheiden zwischen „ES“ vom Typ B (Elektrostress), die Symptome aufgrund von Strahlung entwickeln, und vom Typ D (Strahlenwahrnehmen), die eine Fähigkeit zum „Strahlenfühlen“ behaupten. Wir wissen jetzt, weshalb diese Typen nicht sauber umschrieben und unterschieden werden, nämlich weil es Typ B (Elektrostress) als Vorstufe zu Typ C (Folgeerkrankung) nicht geben darf, und weil der imaginäre Typ D, der Strahlen wirklich sinnlich wahrnehmen können soll, eine dominierende Fiktion von Bioelectromagnetics ist.
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“Jeder Forscher in Bioelectromagn- etics müsste sauber unterscheiden zwischen ‘ES’ vom Typ B (Elektro- stress), die Symptome aufgrund von Strahlung entwickeln, und vom Typ D (Strahlenwahrnehmen), die eine Fähigkeit zum ‘Strahlenfühlen’ behaupten.” |
Personen vom Typ B (Elektrostress), die unter gesundheitlich relevanten Symptomen zufolge schwacher elektromagnetischer Strahlung leiden, gibt es gemäß geltendem Paradigma von Bioelectromagnetics überhaupt nicht, neben anderem weil „bewiesen“ wurde, dass es athermische Wirkungen nicht geben könne. Dieses erklärt auch, dass keine publizierten Studien geläufig sind, mit welchen Forscher überhaupt oder gar ernsthaft nach solchen Personen suchten.
Nachdem wir jetzt die Gründe kennen, weshalb die Wissenschaftler Probanden, denen die Eigenschaft Typ B (Elektrostress) möglicherweise tatsächlich zukommt, allzu leichtfertig ausschließen oder „statistisch glätten“, wenden wir uns nun den Methoden dieser Ausschlüsse zu.
Ein solcher Ausschluss „geschieht“ leichthin, denn Personen von Typ B (Elektrostress) erreichen heute möglicherweise einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von nur 1 bis 3 Prozent (zahlreiche Schätzungen neuerer Befragungen in Deutschland und in der Schweiz liegen höher). Selbst wenn 100 Probanden untersucht werden, wird durch den Zufall unter diesen 100 möglicherweise kein einziger von Typ B (Elektrostress) dabei sein, oder wenn doch, dann brauchen nur 1 bis circa 5 Personen ausgeschlossen zu werden, um keinen Vertreter von Typ B (Elektrostress) mehr in der Probandengruppe zu haben – und damit gleichzeitig auch keinen solchen mehr finden zu können; die Probandenanzahl ist jedoch meist kleiner als 100, was den Ausschluss noch leichter macht.
Wenn mit einer Laborstudie nach den relativ wenigen Personen vom Typ B (Elektrostress) gesucht würde, oder wenn versucht würde, solche Personen gerade nicht aus einer Probandengruppe auszuschließen, dann wäre mit wissenschaftlicher Sorgfalt und Umsicht vorzugehen. Es kann Personen geben, die als Typ B (Elektrostress) Symptome verspüren und gleichzeitig wie Typ D (Strahlenwahrnehmen) behaupten, sie könnten die Strahlung stets sofort und mit Bestimmtheit fühlen. Zu dieser Behauptung kann es einen realen Hintergrund geben, denn bei solchen Personen (Mischtyp BD) könnten in einigen Situationen mit einer Zeitverzögerung starke Stresssymptome auftreten, welche die Personen dann subjektiv spüren und mit einer in der Nähe befindlichen Strahlenquelle in Verbindung bringen könnten. Es ist auch nicht auszuschließen, dass starke Strahlungsquellen bisweilen sogar sofort wirksame, subjektiv wahrnehmbare Stresssymptome auslösen, aber eben dennoch nie eine mit Hören, Riechen und dergleichen vergleichbare Sinneswahrnehmung. Weiterhin ist zu bedenken, dass wohl kaum eine Person vom Typ B (Elektrostress) oder vom Mischtyp BD auf sämtliche in der Zivilisation vorkommenden Strahlenquellen in gleicher Weise reagiert.
Was geschieht nun mit “ES” wenn sie in den Probandenpool einer Studie wie bei Fox geraten? Es gibt da viele Möglichkeiten, und jeder davon kommt jeweils eine gewisse Wahrscheinlichkeit zu:
Die kumulierte Wahrscheinlichkeit der obigen Möglichkeiten ist demnach hoch, dass speziell Probanden von Typ B (Elektrostress), Mischtyp BD oder Typ C (Folgeerkrankung) von Laborstudien ausgeschlossen werden.
Bei einigen Laborstudien wie bei der TNO-Replikation oder bei der „Studie“ von Kaul (diese wurde aus Qualitätsgründen nicht im wissenschaftlichen Journal publiziert, sondern nur im Fernsehen gebracht [18], genügte im Prinzip zur Teilnahme die bloße Behauptung, Typ D (Strahlenwahrnehmen) zu sein. Unter solchen Umständen ist bereits die Eingangspforte zur Studie so gestaltet, dass sich zur Gruppe der „ES“ eine Antiselektion von Hysterikern, Esoterikern, Wichtigtuern und Hypochondern gesellt, mit der Folge, dass Personen vom Typ B (Elektrostress), die objektivierbare Symptome schildern können, numerisch im Probandenpool untergehen.
Bei der Laborstudie von Fox wurden folgende Ausschlussmechanismen wirksam:
Vor der Durchführung der Studie wurden alle Personen ausgeschlossen, die folgende Merkmale aufwiesen: Kopfverletzung, aktuell an Epilepsie oder Klaustrophobie leidend, mit Herzschrittmacher, jemals in psychiatrischer Behandlung gewesen, psychoaktive Medikation in den vier Monaten vor den Versuchen. Personen vom Typ B (Elektrostress) und Mischtyp BD könnten als Folge von elektromagnetisch induziertem Stress die Merkmale Epilepsie, psychiatrische Behandlung oder Medikation beispielsweise einer Depression, welche durch einen stressbedingten Cortisolüberschuss gefördert wurde, aufweisen, und mithin gerade wegen ihrer Eigenschaft als „ES“ ausgeschlossen worden sein.
Wegen Medikation mit psychoaktiven Stoffen wurde 1 Person der Kontrollgruppe (0,8 %) und gewichtet vier Mal so viele, nämlich 2 „ES“ (3,4 %) nicht zum Versuch zugelassen, die “Odds Ratio” (Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten) beträgt hier 4,3. Eine Art von Endlosschlaufe besteht nun darin, dass Wissenschaftler der Bioelectromagnetics für „ES“ regelmässig psychiatrische Behandlung empfehlen, speziell auch Fox in ihrer vorangegangenen Fragebogenstudie die kognitive Verhaltenstherapie [14]; wer also je als „ES“ in Kontakt mit Bioelectromagnetics-Vertretern oder ihren ärztlichen Adepten kam, der müsste beim Psychiater gelandet sein, womit er wiederum aus jeglicher Provokationsstudie ausgeschlossen ist, die der Suche nach „ES“ gewidmet ist. Es fällt schwer nicht satirisch zu sein, und nicht zu schreiben, dass die Endlösung des Problems „Elektrosensibilität“ darin zu bestehen scheint, alle „ES“ Typ B (Elektrostress) der Psychiatrie zuzuführen.
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“Es fällt schwer nicht satirisch zu sein, und nicht zu schreiben, dass die Endlösung des Problems |
Während der Versuche wurden Probanden wegen Versuchsabbruchs ausgeschlossen. Bei denjenigen Laborstudien, die uns zur Kenntnis gelangt sind, haben stets mehr „Elektrosensible“ als „Nichtsensible“ die Tests abgebrochen und wurden mithin aus der statistischen Auswertung ausgeschlossen. Im kritisierten Versuch haben 4,1 % der Nicht-ES aus verschiedenen Gründen und 21,4 % der ES hauptsächlich aus Gesundheitsgründen abgebrochen (Odds Ratio: 5,2). Der Abbruch könnte die Folge von durch die Versuche elektromagnetisch induziertem Stress gewesen sein, dessen Symptome die betroffenen Personen als unerträglich empfunden haben. Angesichts der 5,2-mal häufigeren Ausschlüsse aus der Gruppe der „ES“ als aus der Kontrollgruppe erscheint es als grobes Versäumnis, dass die Gründe für den Abbruch bei den „ES“ nicht aufgeschlüsselt und offengelegt wurden.
Nach Abschluss der Versuche wurden anscheinend keine Teilnehmer als Ausreißer ausgeschlossen, jedenfalls wurde nicht darüber berichtet. Bei anderen Versuchen werden “Outliers” (statistische Ausreisen) mit statistischen Methoden geglättet. Mit einiger Gewissheit wurden jedoch analog zur vorangegangenen Fragebogenaktion die Antworten auf einige Fragen nicht ausgewertet, wie Blutdruck, verschwommenes Sehen und dergleichen.
3.4 Fehlkonditionierung der Probanden
Brauer und Mikkelsen haben nachgewiesen, dass Schilderungen von Probanden zu ihren gesundheitlichen Symptomen sehr stark davon beeinflusst werden, ob und wie sie vor der Befragung über den Untersuchungsgegenstand (im vorliegenden Fall „Wirkungen elektromagnetischer Strahlung“) informiert worden sind [19]. Gemäß Brauer und Mikkelsen beeinflusst die Bedeutung, die der Proband der möglichen Ursache seiner Symptome beimisst, seine Antworten auf dem Fragebogen in größtem Ausmaß. Sämtliche Probanden der kritisierten Studie wurden darüber informiert, dass die Empfindlichkeit auf elektromagnetische Strahlung untersucht werde. Daraus resultierte zwangsläufig ein Bias, speziell bei der Gruppe der „ES“, weil diese der Strahlung und ihren möglichen Auswirkungen eine wesentlich höhere Bedeutung bemessen als die Kontrollgruppe. Dieser Bias kann die Erklärung zu zwei Effekten beisteuern:
Während der ersten von vier Sitzungen wurde allen Probanden offen je 10 Minuten GSM-, UMTS- und “Nicht-Strahlung” präsentiert. Ebenfalls im Verlauf der ersten Sitzung wurden die gleichen Bedingungen zur Probe während je 5 Minuten doppelblind gegeben. Die Probanden sollten jeweils den Zustand Ein/Aus und die Art der Strahlung wahrnehmen. In dieser Demonstrations- und Probesitzung wurden die Probanden mit einer Aufgabe konfrontiert, die wissenschaftlich in absurdem Ausmaß realitätsfern ist, denn im wirklichen Leben außerhalb des Labors gibt es keine scharfe Ein-/Aus-Kondition von Basisstationsstrahlung. Beim Dauerstrahler Basisstation kommt in der Praxis meist nur eine kontinuierliche Verstärkung bzw. Abschwächung der Strahlung je nach Bewegungsrichtung zur Antenne hin vor, auch Amplitudensprünge bei gesprächsverkehrsabhängigen Zu- oder Wegschaltungen physikalischer Kanäle führen nicht zum gänzlichen Ausschalten der Strahlung. Die Übungen an der Demonstrations- und Probesitzung waren somit bereits aus diesem Grund wissenschaftlich wertlos. Wir gehen dennoch darauf ein, weil sie die Wahrnehmung der Probanden für die späteren drei Sitzungen mit doppelblinden jeweils 50 Minuten Exposition oder Scheinexposition falsch konditioniert haben.
Der zeitliche Gestaltung der ersten Sitzung war sehr fragwürdig. Die Bestrahlung war unseres Erachtens viel zu kurz, die offene Probedemonstration dauerte wie erwähnt nur je 10 Minuten und die doppelblinden Probebestrahlungen nur je 5 Minuten, ohne dass die kurze Dauer begründet wurde. Rubin berichtete von seiner Studie mit Mobiltelefonen, Typ GSM, 900 MHz, SAR 1,4 W/kg [20], dass Befragte und Probanden den Eintritt ihrer Symptome außerhalb des Labors jeweils innerhalb von wenigen Minuten wahrgenommen haben, durchschnittlich 6,5 Minuten nach Beginn eines Mobiltelefonats [16]. Vor diesem Hintergrund erscheinen die 10 Minuten Probefühlen der viel schwächeren Mobilfunk-Basisstationsstrahlung und die 5 Minuten Probebestrahlung viel zu kurz. Die subjektiv wahrgenommenen Symptome infolge elektromagnetischer Strahlung sind meist schwach und diffus, und bei einer durchschnittlichen Reaktionszeit von 6,5 Minuten auf die stärkere Mobiltelefonstrahlung ist insbesondere bei der schwächeren Basisstationsstrahlung in vielen Einzelfällen eine länger als 10 Minuten währende Reaktionszeit zu erwarten. Rubin berichtete auch von typischen Erholungszeiten nach einer Bestrahlung von bis zu 2 Stunden, in Einzelfällen von mehreren Tagen. Dass es keine nennenswerte Washout- oder Erholungszeit zwischen den Probebestrahlungen gab, macht die Bestrahlungen der ersten Sitzung vollends fragwürdig.
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“Dass es keine nennenswerte Washout- oder Erholungszeit zwischen den Probebestrahlungen gab, macht die Bestrahlungen der ersten Sitzung vollends fragwürdig.” |
Obwohl der fehlende Wissenszugewinn aus dieser Studie erneut ein hinreichender Grund wäre, die Kritik abzubrechen, wollen wir die Analyse der Studie fortsetzen, weil diese Studie typisch für die meisten ähnlichen Studien ist.
3.5 Fragen zur subjektiven Gesundheit und zum Wohlbefinden
Der erwähnte Fragebogen gäbe im Prinzip die Möglichkeit, die 57 Gesundheitsfragen intra-individuell (pro einzelnen Proband) auf kurzfristige Stresssymptome, wiederum untergliedert nach Eustress und Distress (Typ B, Elektrostress) auszuwerten, sowie auf mögliche Stress-Folgeerkrankungen (Typ C) zu analysieren. Auch die Begriffe zum Wohlbefinden, welche die Probanden beim Test auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten hatten, nämlich ängstlich, angespannt, aufgeweckt, erregt, entspannt, unwohl und müde hätten einer Stresssymptomatik zugeordnet werden können. Da jedoch keine Hypothese zum Typ B (Elektrostress) aufgestellt wurde, musste eine derartige Auswertung pro Proband unterbleiben, welche der Suche nach Typ B (Elektrostress) hätte dienen können. Die Wissenschaftler haben sich auf die Ermittlung von Durchschnittswerten beschränkt, und dabei einige Antworten von der Auswertung ausgeschlossen, und sie haben sich darauf beschränkt festzustellen, dass die Kontrollgruppe und die „ES“ im Wesentlichen die gleichen Symptome zeigten, und dass die „ES“ die Symptome nur stärker als die Kontrollgruppe schildern.
3.6 Objektivierte Erfassung von Emotionen
Die Wissenschaftler haben in ihrem Labor physiologische Vorgänge erfasst und durch apparative Messung objektiviert, nämlich Puls, elektrische Leitfähigkeit der Haut und BVP. Unter BVP ist “Blood Volume Pulse” zu verstehen, d.h. Aktivität, Größe und Blutdurchflussmenge in den peripheren Blutgefäßen von z.B. Fingerspitzen oder Ohrläppchen [21]. Diese objektivierten Zielgrössen Puls, Leitfähigkeit und BVP dienen gewöhnlich der Objektivierung von Emotionen, und nicht etwa von Stress.
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“Waren es die Forscher selbst, die mit ihrem Studiendesign Emotionen geschürt und den Nocebo-Effekt in diesem Sinne künstlich herbei- |
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Autoren planmäßig versucht hätten, einen Nocebo-Effekt zu finden. Sie haben nachträglich einen solchen als erwiesen behauptet, quasi als Zufallsfund.
Nocebo ist der hässliche Bruder von Placebo. Bei beiden bewirken Emotionen objektivierbare physiologische Effekte. Bei Placebo ist die positive Erwartung einer Heilung die physiologisch wirksame Emotion, und bei Nocebo ist es die Angst vor einer Gesundheitsschädigung. Da Placebo und Nocebo physiologische Wirkungen haben, müssen Placebo- und Nocebo-Effekte auch bei der medizinischen Forschung berücksichtigt werden. Im Zusammenhang mit der kritisierten Studie wurde der Ausdruck Placebo auch anstelle von Nocebo eingesetzt.
Durch das Studiendesign haben die Forscher bei den „ES“ starke Emotionen geweckt, welche einen Nocebo-Effekt auslösten mussten. Diese Emotionen wurden durch die physiologischen Tests belegt. Wie aber ist nun ein künstlich – durch das Studiendesign selbst – hervorgerufener Nocebo-Effekt wissenschaftlich einzuordnen?
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”Dass ein starker Nocebo-Effekt überhaupt auftrat ist umgekehrt als Beweis dafür geeignet, dass das Studiendesign unzureichend war.” |
Dass ein starker Nocebo-Effekt überhaupt auftrat ist umgekehrt als Beweis dafür geeignet, dass das Studiendesign unzureichend war. Ein starker Nocebo-Effekt als Confounder (Störgröße) kann nämlich nicht eliminiert oder neutralisiert werden. Der Nocebo-Effekt war ein aus Fehlern des Studiendesigns resultierendes derart mächtig wirkendes Artefakt, dass es die anderen Beobachtungen der Studie wissenschaftlich wertlos machte, denn diese sagen nichts mehr über den eigentlichen Untersuchungsgegenstand „Elektrosensibilität“ aus. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Nocebo-Effekt nachträglich als das Hauptresultat der Studie „verkauft“ wurde.
Interessanterweise fanden die Forscher der hier kritisierten Studien mehr Effekte bei UMTS, in allen Fällen im Vergleich zu GSM:
Die Häufung der Befunde bei UMTS fällt auf, und sie weisen mit Ausnahme der „ES“-Gruppe von Fox einheitlich in die Richtung einer Verschlechterung. Wie bei allen Laborstudien mit geringer Probandenanzahl können vereinzelte positive Befunde jedoch ein Resultat des Zufalls sein. Aufgrund der subtilen biologischen Effekte von UMTS bei den Probanden sind die drei Studien ungeeignet, die Behauptung der Industrie zu beweisen, UMTS löse selbst bei kurzzeitiger Basisstationsstrahlung keine athermischen Effekte aus.
Interessant ist die Begründung der Autoren für den von ihnen gefundenen Effekt von UMTS bei den „ES“, der ganz im Gegensatz zu den in den beiden anderen Studien gefundenen Effekten einer positiven, adrenalintypischen Wirkung entspricht. Bei den drei Hauptsitzungen hätte die Probandengruppe der „ES“ in drei gleich große Untergruppen mit jeweils unterschiedlicher Reihenfolge der Bedingungen „UMTS“, „GSM“ und „Sham“ aufgeteilt werden müssen, damit die Reihenfolge im Durchschnitt der Probanden keine (statistisch nicht mehr korrigierbare) verzerrenden Effekte verursachen kann. Die Wissenschaftler führten den bei der Bedingung „UMTS“ gefundenen Effekt „Aufmerksamkeit/Wachsamkeit“ darauf zurück, dass sie bei der ersten Hauptsitzung „UMTS“ gleich auf die Hälfte statt nur auf ein Drittel der Probanden angewandt hatten. Weil die Probanden bei der ersten Hauptsitzung wegen der Neuheit der Situation aufgeregter gewesen sein sollen als bei den zwei nachfolgenden Sitzungen, soll sich die Aufregung überproportional auf die Bedingung „UMTS“ ausgewirkt haben. Gemäß den Autoren handelte es sich also um ein klassisches statistisches Artefakt, wenngleich die Autoren diesen Begriff nicht verwendeten.
3.9 Gefangen in der Ethikfalle
Weil das Phänomen „ES“ mit Ethikbegründungen und/oder -vorwänden nicht richtig erforscht wird, erhalten die „ES“ vom Typ B (Elektrostress) heute weder einen Schutz vor der Noxe elektromagnetische Strahlung noch eine der Krankheit adäquate Behandlung.
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“Die Autoren haben den Nocebo- |
Die Autoren haben den Nocebo-Effekt als das eigentliche Resultat der Studie bezeichnet, was nicht nur die Probandengruppe der „ES“, sondern sämtliche „ES“ des Typs B (Elektrostress) in die Hypochonderecke rückt. Ethisch verwerflich ist, dass dabei weder auf die auf Mängel des Studiendesigns hingewiesen wurde, noch dass die Vorurteile der Wissenschaftler gegen „ES“ offen gelegt wurden, welche zu den Mängeln des Studiendesigns geführt haben, insbesondere dazu, dass zu „ES“ Typ B (Elektrostress) keine Hypothese formuliert wurde.
Die ethische Verwerflichkeit der Mängel bei der Information wiegt doppelt schwer, weil nämlich die „ES“ Probanden sich vertrauensvoll, geradezu zutraulich und Hilfe suchend den Wissenschaftlern anvertrauten, im Vertrauen darauf, diese würden unvoreingenommen und interessiert Antworten zu ihren gesundheitlichen Problemen suchen. Die Hypothese der Probanden, die Symptome seien auf Strahlung zurückzuführen, wurde von den Wissenschaftlern gar nicht ernsthaft untersucht, diese suchten lediglich ihr Vorurteil zu bestätigen, dass jeder, der diese Hypothese äußere, eine kognitive Verhaltenstherapie benötige, da er an etwas glaube, was gemäß dem Paradigma von Bioelectromagnetics nicht sein könne. Dass die Versuche entgegen dem durch die Gesundheitsfragen erweckten Eindruck für die medizinische Wissenschaft von Grund auf wertlos waren stellte ebenfalls einen Vertrauensbruch dar. Die Versuche waren letztlich nur für das Generieren von Klienten für kognitive Verhaltenstherapie durch Psychologen oder Psychiater nützlich.
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“Wer unter den ‘ES’-Probanden an echten, durch elektromagnetische Strahlung verursachten Symptomen litt, hatte in diesem Verfahren nie eine Chance.” |
Die Probanden der „ES“-Gruppe haben die medizinischen Fragen im Vertrauen darauf beantwortet, dass diese auch medizinisch ausgewertet werden, und dass die Wissenschaftler versuchen würden, Antworten zu ihren medizinischen Problemen zu geben. Es kam jedoch gänzlich anders:
Die Probanden haben von den Psychologen kein Feedback zu ihren medizinischen Problemen erfahren, lediglich, dass sie als Gruppe beim Test auf „ES“ Typ D (Strahlenwahrnehmen) versagt hätten, und dass ihre allgemeinen Symptomschilderungen übertrieben seien, dass ihre Schilderungen bei den Tests nur auf ihren falschen Glauben an die Strahlenwirkung zurückzuführen seien, denn eine Strahlenwirkung könne es gar nicht geben, weil sie eben beim Test versagt hätten. Aus dem Teufelskreis von in dieser Weise angelegten Tests kommen die „ES“ nicht heraus, denn weil sie diesen Tests für sich persönlich Wichtigkeit und Bedeutung zumessen, können sie nie „bestehen“ sondern nur „versagen“.
Psychologen sind an sich nicht befugt, medizinische Diagnosen zu Krankheiten zu stellen. Sie sind demnach auch nicht legitimiert, die Diagnose zu stellen, medizinische Symptome seien lediglich ein psychologisches Phänomen.
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Die sieben sozialen Sünden
–- Reichtum ohne Arbeit –- Genuss ohne Gewissen –- Wissen ohne Charakter –- Geschäft ohne Moral –- Glauben ohne Opfer –- Forschung ohne Menschlichkeit Formuliert 1925 von Mahatma Gandhi (1869 – 1948) |
Das teilweise schwere Leiden von „ES“ unter den Folgen elektromagnetischer Strahlung ist gegen die möglichen gesundheitlichen Folgen realitätsnaher experimenteller Bestrahlung abzuwägen. Wir plädieren hier dafür, dass diese Einschränkungen teilweise aufgehoben werden, um echte Erkenntnisse zu „ES“ vom Typ B (Elektrostress) und Typ A (objektivierbar) gewinnen zu können, immer mit dem Einverständnis der Probanden. Stärke und Dauer der Bestrahlung sollten nicht „ethisch“ auf das Niveau der Wirkungslosigkeit minimiert werden, sondern unter kontrollierten Bedingungen individuell so variiert werden, bis eine objektivierbare Wirkung eintritt. Auch sollten bei der Prüfung von Stressparametern Ein-/Aus-Bedingungen so geschaltet werden, dass die Probanden nicht mitbekommen, dass überhaupt ein Test stattfindet, um störendem Prüfungsstress vorzubeugen. Es soll hier nicht einer Frankensteinforschung das Wort geredet werden, sondern es werden zu den üblichen Methoden der Bioelectromagnetics, mit denen voraussehbar kaum etwas gefunden wird, Gegenvorschläge gemacht.
dass also im Einverständnis mit den Probanden unter kontrollierten Bedingungen individuelle medizinische Untersuchungen mit Langzeitbestrahlung, mit relativ starker Bestrahlung und mit Ein-/Aus-Bedingungen ohne jederzeitige Information der Probanden durchgeführt werden – jedoch nicht als Frankensteinmedizin durch die üblichen Vertreter der Bioelectromagnetics.
4.1 Offizielles Ergebnis der Studie
Bevor wir zur sensationell aufgemachten Darstellung der Studie durch Fox in der allgemeinen Presse und zu dem von Fox gesprochenen Klartext kommen, sehen wir uns ihre vorsichtig zurückhaltende Zusammenfassung im wissenschaftlichen Journal an. Die Zurückhaltung liegt in der bei solchen Journalen üblichen Peer-Review oder Begutachtung durch Fachkollegen begründet, die eine Voraussetzung für den Abdruck ist. Sie schildert zunächst folgende, eher banal erscheinende Ergebnisse ihrer Versuche mit „elektrosensiblen“ Personen:
Nach diesen Aussagen zu „ES“ verwendet Fox den Begriff IEI-EMFfields (Idiopathic Environmental Intolerance with attribution to ElectroMagnetic Fields), idiopathische Umweltunverträglichkeit im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern. Dieser Begriff ist die Hinterlassenschaft des vormaligen WHO-Funktionärs Repacholi und soll die neue Bezeichnung für „Elektrosensibilität“ sein. IEI-EMF umfasst Personen mit objektiv schlechtem Gesundheitszustand, die behaupten, dieser sei auf EMF zurückzuführen, die aber die Strahlung selbst nicht wahrnehmen können. Fox hat für die Ärzteschaft den oben besprochenen Fragebogen geschaffen, damit sie IEI-EMF sicher „diagnostizieren“ und Patienten, die das Wort „Strahlung“ äußern, „wissenschaftlich“ abgesichert den entsprechenden Code zuordnen können. Dem Fragebogen liegen folgende Eigenschaften von IEI-EMF-Patienten zugrunde [22]:
Dass es zahlreiche Menschen mit diesen Eigenschaften gibt müsste eine Bedrohung für die Mobilfunker sein. Das ist es aber vorläufig nicht, denn das Resultat der Experimente von Fox war:
Die Entlastung der Mobilfunker ruht, wie wir bei der Kritik der Studie gesehen haben, freilich auf extrem schwachem Fundament, da die Tests, ihrer Mängel wegen, keine dauerhafte Beweiskraft haben können. Für den Außenstehenden bleibt es offen, ob es Fox möglicherweise gelungen ist, 44 Personen zu finden, die tatsächlich unter einer Einbildung leiden und von Fox bloßgestellt werden konnten, oder ob Fox’ Test so gestaltet war, dass die schwache Strahlung gar keine Wirkung entfalten konnte – was an der Bloßstellung allerdings nichts ändert.
Wie immer bei unklarer Faktenlage ist zusätzliche Information erforderlich. Fox scheint sogar selbst daran zu glauben, dass EMF keine Symptome verursachen könne. Jedenfalls fordert sie zur Auflösung der teilweise von ihr selbst geschaffenen Widersprüche:
Abgesehen davon, dass die konkret geforderte weitere Forschung von den Widersprüchen ablenken oder diese auflösen soll, ist der Ruf nach weiterer Forschung eine Floskel, die wir bisher noch in jeder einschlägigen Studie gefunden haben – auch Wissenschaftler, die sich mit dem imaginären Typ D (Strahlenwahrnehmen) befassen, sind keine Geistwesen, sondern müssen auch von etwas leben. Wir hoffen, dazu beigetragen zu haben, dass der Leser selbst beurteilen kann, ob diese Vorschläge von Fox hauptsächlich der Symptombekämpfung dienen und Ablenkungsmanöver sind, oder ob sie überhaupt für die wissenschaftliche Erforschung von „ES“ Typ B (Elektrostress) und Typ C (Folgeerkrankungen) geeignet wären.
An der tatsächliche Daten- und Faktenlage für „ES“ Typ B (Elektrostress) und Typ C (Folgeerkrankungen) hat die Studie nichts geändert, denn der Fragebogen und die Tests beweisen gegen oder für diese Personen überhaupt nichts. Stark verschlechtert hat sich allerdings die medizinische Klassierung und die öffentlich wahrgenommene Nachrichtenlage. Denn Fox hat in den allgemeinen Medien Haarsträubendes verlauten lassen.
4.2 IEI-EMF als Mittel der Politik
Mit der Klassierung IEI-EMF hat Repacholi ein Gefäß für alle Menschen geschaffen, die EMF in Zusammenhang mit ihren Gesundheitsproblemen stellen, also für alle „ES“ Typ B (Elektrostress), einige „ES“ Typ C (Folgeerkrankungen) und alle „ES“ Typ D (Strahlenwahrnehmen). Mit ihrer
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“Doch wer den Code IEI-EMF einmal in seiner elektronisch geführten Krankengeschichte hat, der wird ihn nicht mehr los.” |
Aus der Falle gelangt man nur durch eine Art Gottesurteil, nämlich den Beweis der Fähigkeit „Strahlenwahrnehmen“. Das tönt krass. Diese Wiedereinführung mittelalterlicher Verfahren kann aber auch nur in den krassen Verhältnissen von Bioelectromagnetics geschehen. Das Verfahren hat die gleiche Grundstruktur wie die Hexenprozesse der Inquisition. Auch die Wörter gleichen sich: Imaginäre Personen, Gottesurteil, übernatürliche Fähigkeiten, Abfallen vom rechten Glauben, Widerruf des Abfallens, Pranger und brandmarken.
Im Mittelalter reichte die eigene Aussage oder die Aussage eines Dritten, man habe seine Seele einem imaginären Gesellen versprochen, nämlich dem Teufel, um der Hexerei angeschuldigt zu werden. Von dieser Anschuldigung konnte sich nur befreien, wer sich einem “Gottesurteil” auf übernatürliche Fähigkeiten unterzog und dazu z.B. gefesselt in einen Fluss geworfen wurde: Wer aufschwamm war Hexe, wer ertrank war unschuldig. Der Unschuldigen wurde nicht geholfen.
Heute reicht die eigene Aussage oder die Aussage eines Dritten, man führe Gesundheitsprobleme auf EMF zurück, um als IEI-EMF deklassiert zu werden. Aus dieser Klassierung kann sich nur befreien, wer im Gottesurteil auf die übernatürliche Fähigkeit „Strahlenfühlen“ geprüft wird und diese Prüfung besteht. Dass diese Prüfung nicht bestanden werden kann, hat uns Fox mit ihrem Laborexperiment um den imaginären Typ D gezeigt.
Ein nicht nur von Fox allein gefordertes einheitliches Register der IEI-EMF ist die perfekte Kombination von Narrenkappe und Pranger für Menschen mit einer angeblichen Einbildung; bereits der erste Wortteil „idio“ des Begriffs IEI-EMF besagt, dass die Krankheitsursache in der Person selbst liegt, und dass sie sich einen Zusammenhang mit EMF nur einbildet. Die Codierung IEI-EMF bleibt in der elektronisch geführten Krankengeschichte ewig hängen, so wie im Mittelalter eine Brandmarke nicht mehr entfernt werden konnte. Eines der Ziele des mittelalterlichen Hexenprozesses war, ein Schuldgeständnis zum Abfall vom wahren Glauben zu erlangen. Fox hat die moderne Methode dafür bereits in ihrer Arbeit zum Fragebogen vorgeschlagen, nämlich kognitive Verhaltenstherapie. Mit dieser wird der IEI-EMF-Patient dazu gebracht, sinngemäß auszusagen und zu gestehen: „Elektrosensibilität liegt in mir selbst begründet. Daher bin ich der Schuldige an meinen körperlichen Erkrankungen. Es war nur ein Irrglaube, dass es die Strahlung gewesen sein soll.“ Der Widerruf des „falschen Glaubens“ an Wirkungen von EMF befreit die Mobilfunker von einem Lästling – dass dieser selbst aber nicht von seinen Krankheiten befreit ist, ist nur noch dessen Problem und nicht mehr das Problem von Bioelectromagnetics. Wie im Mittelalter wird dem Unschuldigen nicht geholfen. Mit den Methoden, die dem mittelalterlichen Hexenprozess entliehen sind, können heute im Prinzip alle „Elektrosensiblen“ zum Verschwinden gebracht werden.
Wir ahnen jetzt auch, weshalb Fox für ihr Laborexperiment nur die schwache Basisstationsstrahlung verwendet hat. Die Prüfung unter dem Gottesurteil musste darauf getestet werden, ob sie auch bei Wiederholungen durch Dritte nicht erfüllbar ist. Bei Fox hat die Gruppe der IEI-EMF in der kollektiv ausgewerteten Prüfung versagt, und es ist daher damit zu rechnen, dass bei gleichartiger Prüfung auch Einzelpersonen versagen werden.
Obwohl sich IEI-EMF für Vergleiche mit dem Mittelalter eignet, ist es nicht ein rein phantastisches Konstrukt, es hat einen entfernten realen Hintergrund, nämlich dass jede Krankheit gleichzeitig auch ihre Hypochonder hat und „ES“ hiervon keine Ausnahme ist, und dass biologische Effekte nachgewiesen worden sind, aber von Mobiltelefonen und nicht wie bei Fox von Basisstationen.
4.3 Studie als Teil einer Desinformationskampagne
Meist kommen derartig dubiose Studien nicht aus dem Halbdunkel der wissenschaftlichen Journale wie den Environmental Health Perspectives ins grelle Rampenlicht der Öffentlichkeit oder in die Spalten von sonst zuverlässigen Quellen wie seriöse Tages- und Wochenzeitungen.
Fox ist es gelungen, seriöse Blätter dazu zu bringen, unglaubliche Behauptungen als Nachricht zu verbreiten, wie: Es sei ihr der Beweis gelungen, dass Mobilfunkstrahlung unmöglich schädlich sein könne. Sie behauptete im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, allein die Tatsache,
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“Fox ist es gelungen, seriöse Blätter dazu zu bringen, unglaubliche Behauptungen als Nachricht zu verbreiten ...” |
Die Medien haben weiterhin verbreitet, die Unschädlichkeit von Mobilfunkstrahlung sei durch die Kurzzeitversuche mit weniger als 100 Probanden bestätigt worden. Auch hier kann selbst der außenstehende Laie ohne anstrengendes Nachdenken, lediglich durch Anwendung einfachster Logik darauf kommen, dass aus bloß kurzzeitiger Bestrahlung keine Entwarnung für Langzeitrisiken resultieren kann, denn auf Grund einer sehr kurzen schwachen und schadensfreien Bestrahlung mit Sonnenlicht kann auch unmöglich Entwarnung zum Hautkrebsrisiko gegeben werden.
Auf das Nachrichtenmagazin SPIEGEL stützen sich zahlreiche andere Journalisten als Informationsquelle. Daher gibt es zu denken, wenn der SPIEGEL absurde und bizarre Behauptungen als angebliche Neuigkeit verbreitet.
Darüber hinaus hat der SPIEGEL verbreitet, „ES“ sei in jedem Fall ein reiner Placebo-Effekt. Das trifft auf die von Fox in ihrem Experiment unbeabsichtigt erzeugten Effekte zu – aber nur auf diese.
An weiteren populären Veröffentlichungen sei nur noch die Sonntagsausgabe der ebenfalls von anderen Journalisten als Quelle gelesenen Neuen Zürcher Zeitung zitiert. Die NZZ am Sonntag schrieb [23]:
„Alles nur Einbildung. … Bei den elektrosensiblen Testpersonen traten Reaktionen wie ein erhöhter Blutdruck und ein verstärkter Schweißfilm auf der Haut auch dann auf, wenn die Antennen gar nicht funkten. Der Kommentar der Forscherin [Elaine Fox, d.Verf.] “Glaube ist eine mächtige Sache. Wenn man wirklich daran glaubt, dass einem etwas schadet, dann wird es das auch tun“.
Die Public-Relations-Botschaft der Industrie wurde durch das Publikum wohl wie erwünscht wahrgenommen: Wer sich über „ES“ insbesondere im Zusammenhang mit Mobilfunk beklage, bilde sich die Symptome nur ein. Ein Zusammenhang könne nicht sein, und wenn es dennoch Symptome gebe, dann seien sie Nocebo.
In anderen Wissenschaftszweigen als Bioelectromagnetics, wo die Protagonisten wirklich wissenschaftlich orientiert sind, hat sich die Selbstkontrolle der wissenschaftlichen Qualität durch die jeweilige wissenschaftliche Community bewährt. In Bioelectromagnetics wird die Selbstkontrolle jedoch durch die private Finanzierung und Bestimmung der meisten Studien durch eine einzige außenstehende private Interessengruppe unterlaufen. Daraus resultiert massenhafter Ausstoß dubioser Studien wie die von uns kritisierten. Den Stall des Augias auszumisten war bekanntlich eine herkulische Aufgabe. Als erstes sollte Schluss damit gemacht werden, dass eine private Interessengruppe nicht nur für die eigenen privaten Wissenschaftler, sondern auch für die Mitarbeiter von staatlichen Forschungsinstitutionen und Strahlenschutzbehörden festlegen kann, was als wissenschaftlich anerkannt zu gelten hat. Ohne mafiose Strukturen wäre der Wissenschaftszweig auch davon befreit, sich mit esoterischen Dingen befassen zu müssen, wie der „Erforschung“ des imaginären „ES“ Typ D (Strahlenwahrnehmen) mitsamt der Prüfung übernatürlicher Kräfte wie Strahlenwahrnehmung im Rahmen von Prozeduren, welche an mittelalterliche Gottesurteile gemahnen. Die Koordination der Forschung zu Schadstoffen durch die WHO war im Fall der Tabakindustrie nachgewiesenermassen korrupt [24], und die Koordination von Bioelectromagnetics durch die WHO ist genauso korruptionsanfällig. Jedenfalls bezog Repacholi während seiner Tätigkeit für die WHO spätestens seit 2005 jährlich mindestens USD 150’000 vom Mobilfunkerverein MMF Mobile Manufacturers Forum für seine Aktivitäten, was er aber erst nachträglich offen legte [25].
Für diese Wissenschaft wäre selbst keine Koordination noch besser als eine derartige. In der Wissenschaft garantiert allein die Freiheit den Fortschritt, Denkvorgaben und Denkverbote durch Außenstehende verhindern ihn. In Bioelectromagnetics sind die wissenschaftlichen Usanzen wie Studien mit Peer-Review, Professorentitel etc. zu hohlen Ritualen degeneriert, mit denen auch größter Unsinn und grober Unfug nach draußen als Wahrheit und Weisheit scheinlegitimiert werden.
[1] Does Short-Term Exposure to Mobile Phone Base Station Signals Increase Symptoms in Individuals who Report Sensitivity to Electromagnetic Fields? A Double-Blind Randomised Provocation Study, Stacy Eltiti, Denise Wallace, Anna Ridgewell, Konstantina Zougkou, Riccardo Russo, Francisco Sepulveda, Dariush Mirshekar-Syahkal, Paul Rasor, Roger Deeble, and Elaine Fox. Abstract: www.ehponline.org/docs/2007/10286/abstract.pdf, komplette Studie: http://www.ehponline.org/members/2007/10286/10286.pdf
[2] www.ehponline.org/members/2006/9149/9149.pdf
[3] www.bmj.com/cgi/eletters/332/75746/886
[4] Manipulierte Studie für manipulierte öffentliche Meinung
[5] www.fmk.at/content.php?id=128&cb=95_77
[6] www.nfp57.ch/d_koordination.cfm
[7] www.mobile-research.ethz.ch/var/jb2006.pdf
[8] www.cost281.org/download.php?fid=892)
[9] Workgroup Report, Base Stations and Wireless Networks – Radiofrequency (RF) Exposures and Health Consequences, Peter A. Valberg, T. Emilie van Deventer, and Michael H. Repacholi.
Abstract: www.ehponline.org/docs/2006/9633/abstract.html
[10] www.nfp57.ch/d_forschung_epidemiologie.cfm
[11] www.ehponline.org/docs/2006/9633/abstract.html
[12] Forschungsgemeinschaft Funk, Newsletter 4/2006
[13] Forschungsgemeinschaft Funk, Newsletter 4/2004
[14] http://doi.wiley.com/10.1002/bem.20279
[15] www.mrw.interscience.wiley.com/suppmat/0197-8462/suppmat/2006/jws-bem.20279.pdf
[16] www.bmj.com/cgi/content/abstract/332/7546/886
[17] www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,496623,00.html
[18] www.wdr5.de/sendungen/leonardo/manuskript/ms040701schwerpunkt_elektrosensibilitaet.pdf
[19] http://cat.inist.fr/?aModele=afficheN&cpsidt=15266607
[20] www.emf-portal.de/viewer.php/13464.html?l=g
[21] www.oj.h-da.de/projekte/ss03/mmp2-reinecke/digital_life/digitales%20Leben%20klein/lc_hardware.htm
[22] www.ehponline.org/docs/2007/10286/abstract.pdf
[23] NZZ am Sonntag, 29. Juli 2007
[24] www.zeitenschrift.com/magazin/53-rauchen.ihtml
[25] www.microwavenews.com/fromthefield.html#whoottowa – http://www.agoravox.fr/article.php3?id_article=18299
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